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(Quelle: Foto: You X Ventures on Unsplash)
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Gründer-Kultur in Schulen vermitteln

Virtuelles Meet & Greet der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Weibliche Startup-Chefs sind rar in Deutschland. Und wenn sie gründen, haben sie 5,5 Stunden weniger Zeit für ihre Firma als Männer. Gründerinnen, Politikerinnen und Digital-Experten diskutierten, wie man den Frauenanteil in der deutschen Tech-Szene erhöhen kann.

Ob Sheryl Sandberg (Facebook-Vizechefin) oder Marissa Mayer (Ex-VP von Google) – eigentlich gibt es in der Startup-Community durchaus starke weibliche Vorbilder. Es sind nur zu wenige. In Deutschland verharrt der Anteil der Frauen bei kümmerlichen 15%. Die Politik, die Tech-Branche selbst, aber auch die Gesellschaft sind gefordert, die Hindernisse aus dem Weg zu räumen und Frauen dabei zu unterstützen, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Nach Corona digital voll durchstarten

Wie das funktionieren soll, diskutierte die CDU/CSU-Bundestagsfraktion in einem „Meet & Greet virtuell“ zu dem Thema: Was brauchen Gründerinnen? Nadine Schön, Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, begrüßte die Gäste des Online-Meetings – sie betonte: „Wir brauchen kluge Köpfe für neue Geschäftsideen, also brauchen wir auch mehr weibliche Gründer.“

Fraktionschef Ralph Brinkhaus wies darauf hin, dass es zwei mögliche Herangehensweisen gebe, um aus der Krise herauszukommen. Die erste zielt darauf ab, dass man den Zustand von vor der Pandemie wiederherstelle – aber er bevorzugt den zweiten Weg: „Wir sollten die Zeit nach Corona nutzen, um digital voll durchzustarten. Das setzt voraus, dass wir eine neue Dynamik im Bereich Gründung bekommen. Wir können es uns nicht leisten, dass der Gründerinnen-Anteil so niedrig bleibt – wir dürfen dieses Potenzial nicht einfach liegenlassen.“

Ängste ab der ersten Schulklasse abbauen

Dorothee Bär, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, berichtete von den Erfahrungen, die sie in Schulen gemacht habe: „Ich merke oft in den Diskussionen dort, wie wenig junge Frauen sich vorstellen können, mit der eigenen Idee Geld zu verdienen. Wir müssen den Mädchen mehr Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten vermitteln.“ Die Berührungsängste der Mädchen zum Unternehmertum, zum Selbst-Gründen müssten früh abgebaut werden – „am besten ab der ersten Klasse“, so Bär. 

Alexander Hirschfeld vom Bundesverband Deutsche Startups e. V. lieferte Fakten für die darauffolgende Diskussion: Der „Female Founders Monitor“ hatte ergeben, dass 70% der Gründerteams in Deutschland rein männlich sind, nur 10% bestehen allein aus Frauen. Aber: Weibliche Gründer haben in Durchschnitt 5,5 Stunden pro Woche weniger Zeit für ihr Unternehmen als ihre männlichen Pendants. 

Frauen gründen konservativer

Dr. Gesa Miczaika, Geschäftsführerin des Start-up-Investors Auxxo, betonte, dass Frauen konservativer gründen: Sie entwickeln Modelle, die cash-effizienter sind, oft gründen sie in gesellschaftlich sinnvolleren Bereichen als Männer. Auch sie forderte, die Vorzüge des Unternehmertums bereits in Schulen und Universitäten zu vermitteln.  

Der Beauftragte für Start-ups und die Digitalwirtschaft im Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Jarzombek, bemängelte ebenfalls, dass vielen jungen Leuten das Grundwissen zu Gründungen fehlte: „Ich treffe zu viele Menschen, die Gründungen für eine absolute Rocket-Science halten.“