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Unionsfraktion will alle verfügbaren Ackerflächen nutzen

  • Für die Aussetzung der Flächenstilllegung ab 2023 in der EU
  • Reaktion auf den Krieg in der Ukraine und die zunehmende Nahrungsmittelknappheit
  • CDU/CSU fordert Bundeslandwirtschaftsminister zum Handeln auf
     

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine führt zu Nahrungsmittelknappheit und Preissteigerungen in der Welt. Vor diesem Hintergrund dringt die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf die Aussetzung der Stilllegung von vier Prozent der Ackerflächen, die ab 2023 in der EU gelten soll. In einer aktuellen Stunde forderten Unionsabgeordnete den Bundeslandwirtschaftsminister auf, endlich zu handeln.

Deutschland hat gute Böden und Anbaubedingungen

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Steffen Bilger sprach von einer „außerordentlichen, nie dagewesenen Krisensituation“. Der Krieg in der Ukraine wirke wie ein „Brandbeschleuniger“ für den Hunger in der Welt. Die pauschale Stilllegung einer Ackerfläche von vier Prozent beiße sich mit dieser Realität. Bilger appellierte an Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, sich in Brüssel für eine Neubewertung der Lage einzusetzen. Denn Deutschland und Europa hätten die besten Böden und gute Anbaubedingungen. „Ein ‚Weiter so‘ ist zynisch, ist unethisch und in meinen Augen ausgeschlossen“, betonte der Fraktionsvize.

Vier Prozent Fläche sind ein relevanter Beitrag

Auch der landwirtschaftspolitische Sprecher Albert Stegemann sagte: „Wir brauchen diese Flächen dringend, um die Lebensmittelversorgung in Europa und Deutschland zu sichern.“ Die Idee der vierprozentigen Flächenstilllegung stamme aus einer Zeit, in der die Versorgungslage gut gewesen sei. Stegemann rechnete vor, dass Deutschland mit seinen elf Millionen Hektar Ackerland auf die Produktion von 22 Millionen Tonnen Nahrungsmittel verzichten müsse, wenn es 440.000 Hektar stilllege. Diese Fläche sei daher ein relevanter Beitrag, um der Versorgungskrise etwas entgegenzusetzen.

Klima- und Artenschutz mitgedacht

Bilger und Stegemann unterstrichen, dass auch der Union viel an Umwelt-, Klima- und Artenschutz gelegen sei. Stegemann machte aber deutlich, dass dort, wo keine Pflanzen angebaut würden, kein CO2 gebunden werde und keine Lebensräume für Insekten entstünden. „Für Insekten sind unbewirtschaftete Flächen in etwa genauso langweilig wie ein Kaleidoskop für einen Blinden“, sagte er. Dem Landwirtschaftsminister bescheinigte er Tatenlosigkeit seit Amtsantritt. „Sie sind und bleiben ein Ankündigungsminister“, warf er ihm vor.