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(Quelle: Foto: Annie Spratt | Unsplash)
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Warum Corona zum Katalysator für die digitale Bildung werden kann

Fraktions-Veranstaltung zur Zukunft des Lernens

Seit März mussten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern den Schulalltag pandemiebedingt neu erfinden. Könnte sich die Corona-Krise als heilsamer Schock für die digitale Bildung erweisen? Dazu diskutierte die Unions-Fraktion in einem Meet&Greet – natürlich virtuell. 

Mit dem Digitalpakt Schule wurde bereits ein wichtiger Grundstein für die digitale Bildung gelegt. Jetzt geht es um Kernfragen: Wie entwickeln wir eine nachhaltige digitale Perspektive im Bildungsbereich? Welche konkreten Entscheidungen stehen jetzt an und wie können wir bei dieser Entwicklung alle wichtigen Akteure mitnehmen: Länder, Kommunen, Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler?

Schub für die Bildung nutzen

In ihrer Begrüßung erläuterte stellvertretende Fraktionschefin Nadine Schön, dass man in den vergangenen Monaten anschaulich beobachten konnte, dass Bildung ein dynamischer Prozess ist – genau wie die Digitalisierung selbst. In den vergangenen Jahren, so ihr erstes Fazit, waren die Fortschritte bei der digitalen Bildung nur sehr langsam erfolgt, aber Corona wirkte wie ein Katalysator. Schön fasste die letzten Wochen mit der Bemerkung zusammen: „Bei manchen Sachen muss man einfach mal ausprobieren und dann schauen – was funktioniert, was nicht?“ 

Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, betonte: „Bei all den schlimmen Folgen der Corona-Krise erfahren wir durch die Pandemie dennoch eine Disruption. Diesen Schub gilt es, vor allem in der Bildung zu nutzen, alles andere wäre fahrlässig.“

Mehr Spielräume für Lehrer

Anja Karliczek Bundesministerin für Bildung und Forschung, sah durch Corona durchaus einen „heilsamen Schock“. Sie erläuterte: „Der Druck zur Digitalisierung der Bildung, den die Pandemie aufgebaut hat, war vorher in diesem Ausmaß nicht möglich – nicht einmal durch den Digitalpakt Schule.“ Die Ministerin betonte, dass nun schnellstmöglich die digitale Bildung flächendeckend in Deutschland umgesetzt werden müsse.  

Dr. Julia Kleeberger, Gründerin und Geschäftsführerin der „Junge Tüftler gGmbH“, forderte, dass die Schulleitungen und die Lehrkräfte gemeinsam die Verantwortung für den digitalen Prozess übernehmen müssten. Aber das würde nur klappen, wenn sie „neue Handlungsfreiheiten und viel mehr Spielräume“ für die Ausgestaltung des Unterrichts erhielten.

Schub für Berufsausbildung

Dass digitale Bildung nicht nur für Schulkinder von Bedeutung ist, sondern auch für Auszubildende, betonte Katrin Staffler, Obfrau der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“. Als Fazit der Diskussion zog sie, dass die Lehrer digital fit gemacht werden müssten – entsprechende Änderungen in der Lehreraus-, aber auch -weiterbildung seien dringend nötig. Staffler: „Wir brauchen eine Kultur der lebensbegleitenden Digitalisierung.“ Den Schub, den man nun bemerke, müsse man nicht nur in Schulen, sondern auch an Universitäten in der beruflichen Ausbildung nutzen.