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Landwirtschaft wird digital - zum Nutzen von Mensch, Tier und Umwelt

Antrag der Koalition treibt Entwicklung voran

Die Digitalisierung birgt große Chancen für die Landwirtschaft. So können Landwirte beispielsweise über digitale Sensorik die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Tiere automatisch messen. Sie können dann ganz gezielt füttern oder eingreifen, wenn etwas nicht stimmt. Das verbessert das Tierwohl und reduziert auch den Einsatz von Medikamenten. Ein weiteres Beispiel: Ackerbauern können mithilfe digitaler Sensoren messen, in welchem gesundheitlichen Zustand sogar einzelne Pflanzen sind. Wasser, Dünger und Pflanzenschutzmittel können dann punktgenau und damit besonders sparsam und nachhaltig eingesetzt werden.  

Digitale Lösungen schonen unsere Ressourcen

„Bauernfamilien sind sehr offen für die Möglichkeiten der Digitalisierung und wollen sich stärker untereinander, aber auch mit der deutschen Landtechnikbranche vernetzen,“ sagt Albert Stegemann, landwirtschaftspolitischer Sprecher der Unionsfraktion. Eine Befragung hat ergeben, dass 80 Prozent der Landwirte die Digitalisierung für sinnvoll halten. Gleichzeitig sind deutsche Unternehmen der Landtechnik-Branche schon jetzt weltweit führend. Die CDU/CSU-Bundestagfraktion will daher Bauernfamilien bei der Vernetzung unterstützen, damit sie die Chancen der Digitalisierung auf ihren Höfen nutzen können. Das sei ein ganz wesentlicher Faktor für eine wettbewerbsfähige, nachhaltige und Ressourcen schonende Lebensmittelerzeugung in Deutschland. 

Auch die Holzproduktion wird durch neue Technologien effizienter und ökologischer. Hans-Georg von der Marwitz sitzt für die Union im Landwirtschaftsausschuss: „Wälder binden eine große Menge CO2. Außerdem liefert die Forstwirtschaft den einzigen nichtfossilen, nachwachsenden Energieträger in Deutschland. Holz wird also künftig eine wichtige Rolle für die Erreichung der Klimaziele spielen.“

Voraussetzung ist der Breitbandausbau 

Voraussetzung einer solchen ‚Präzisionslandwirtschaft 4.0‘ ist ein sicherer und reibungsloser Datenaustausch. Die Koalitionsfraktionen haben daher im Mai 2019 einen Antrag in den Deutschen Bundestag eingebracht. Darin fordern sie die Bundesregierung auf, den Breitbandausbau in den ländlichen Regionen zu intensivieren, um die Präzisionslandwirtschaft auf allen Äckern und Wiesen sowie eine moderne multifunktionale Forstwirtschaft in den Wäldern zu ermöglichen. Auch die Fragen der Datensicherheit und Datenhoheit soll die Bundesregierung klären. Landwirte müssen Zugriff auf ihre Daten behalten und Dritte dürfen diese Daten nicht unbefugt verwenden. 

Digitale Agrarplattform soll Bauerfamilien helfen

Ein weiteres Herzensanliegen der Unionsfraktion ist die Forderung, im Rahmen eines Forschungsvorhabens eine digitale Agrarplattform zu erarbeiten. Die Plattform soll einerseits die Vernetzung der Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft gewährleisten, und andererseits als zentrale Schnittstelle Dienstleistungen für alle Landwirte zur Verfügung stellen.
Die 15 Millionen Euro, die derzeit im Bundeshaushalt für die Digitalisierung in der Landwirtschaft vorgesehen sind, sollen laut dem Antrag verstetigt werden. Denn diese Investitionen in die digitale Zukunft sind gut angelegt. „Mit dem Antrag geben wir unserer Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner Rückenwind, die in ihrem Ministerium bereits seit Amtsantritt einen besonderen Schwerpunkt auf die Digitalisierung in der Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft setzt“, so Albert Stegemann. Der Antrag wird nun zur weiteren inhaltlichen Beratung in die zuständigen Ausschüsse überwiesen.

Koalitionsantrag "Chancen der Digitalisierung nutzen – Offener Zugang und standardisierte Datenformate für eine zukunftsfähige Landwirtschaft 4.0"