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(Quelle: Foto: Tina Witherspoon | Unsplash)
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Corona verändert die Politik für Frauen

Digitales Fachgespräch über die Folgen von Corona

Corona hat unseren Alltag grundlegend verändert – vor allem für Frauen bedeutete die Krise eine Mehrfachbelastung. Was hat die Pandemie bei der digitalen Bildung oder beim mobilen Arbeiten verändert? Ein Fachgespräch der Unionsfraktion widmete sich diesem wichtigen Thema.

Ganz klar: Frauen sind Meisterinnen darin, umfangreiche Belastungen erfolgreich zu bewältigen – beispielsweise im Home-Office, beim Home-Schooling und der Kinderbetreuung. Im digitalen Fachgespräch „Was können wir aus der Krise lernen? Ein frauenpolitischer Aufschlag“ diskutierten Politikerinnen und Expertinnen, welche Folgen die Pandemie haben könnte.

Neue Schwerpunkte durch Corona

Die Vorsitzende der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Yvonne Magwas, betonte, wie nachhaltig und stark Corona den Alltag in den letzten Monaten verändert hat. Sie fragte: „Gibt es Fortschritte in Richtung Gleichberechtigung?“

Der Unionsfraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus erklärte, dass die Belastungen durch die Corona-Krise im Wesentlichen von Frauen getragen werden – „angesichts der Sorgearbeit, die überwiegend auf den Schultern von Frauen ruht, und natürlich aufgrund der beruflichen Arbeit“. Die Krise habe einige Punkte in den Fokus gebracht, die zuvor nicht sichtbar waren: „Im medizinischen Bereich müssen wir darüber nachdenken, ob wir richtig mit der Pandemie umgegangen sind, es gibt neue Schwerpunkte im wirtschaftlichen, aber auch im gesellschaftspolitischen Bereich.“ Schlussendlich sei die Frage nach ungenutzten Potenzialen eben auch eine wirtschaftspolitische Thematik.

Druck durch Home-Office

Elisabeth Winkelmeier-Becker, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, betonte, dass im Gegensatz zur Finanzkrise von 2008/09 dieses Mal eben nicht der Finanzbereich oder andere gutbezahlte Jobs besonders stark betroffen sind – sondern Berufe mit hohem Frauenanteil: in der Gastronomie, in der Pflege, in der Hotellerie. Vor allem Minijobberinnen hätten zu leiden, da für sie keine Kurzarbeit vorgesehen sei. Winkelmeier-Becker sprach auch über die „Pay Gap“, also die Lücke zwischen den Gehältern von Männern und Frauen – letztgenannte arbeiten deutlich weniger in tariflich geregelten Berufen. Auch der Druck, im Home-Office besonders flexibel zu sein, habe zu starken Belastungen geführt.

Corona: Frauen reduzieren Arbeitszeit

Prof. Bettina Kohlrausch, die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung, stellte eine neue Studie mit dem Titel „Corona trifft Frauen doppelt“ vor. 

Diese ergab: Wenn Eltern in Zeiten geschlossener Kitas und Schulen einspringen müssen, tragen Mütter die Hauptlast. Der Auswertung zufolge haben in Haushalten mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren 27 Prozent der Frauen, aber nur 16 Prozent der Männer ihre Arbeitszeit reduziert, um die Kinderbetreuung zu gewährleisten. Prof. Kohlrausch befürchtet nun eine „Re-Traditionalisierung“ der Geschlechterrollen.

Das Beispiel Island

Franziska Theis aus dem Vorstand von „Digitale Bildung für Alle e.V.“ berichtete von dem Beispiel Island, wo die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern u.a. dadurch reduziert wurde, dass dort sowohl Männer als auch Frauen jeweils fünf Monate Elternzeit nehmen – wobei die Monate nicht auf den Partner übertragen werden dürfen. Da nun 97 Prozent der Männer