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Quelle: Jonas Tebbe | Unsplash
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Deutschlands Städte nach Corona

Fachgespräch über die Zukunft der urbanen Räume

Eines steht fest: Neben vielen anderen Bereichen verändert Corona auch unsere Städte. Ein Fachgespräch der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ging der Frage nach: Wie können die großen Städte weiterentwickelt und ihre Pandemie-Resilienz gesteigert werden?

Corona-bedingt sind Online-Bildung und Online-Handel auf dem Vormarsch – letzteres verdrängt mehr und mehr Präsenz-Angebote in den Innenstädten. Doch mit der Stadtentwicklungspolitik und insbesondere der Städtebauförderung unterstützt der Bund die Städte bei der Bewältigung des wirtschaftlichen, sozialen und demografischen Wandels.

Aktuelle Herausforderungen

In einem digitalen Fachgespräch diskutierte die Unionsfraktion mit Expertinnen und Experten darüber, wie man auf die aktuellen Herausforderungen reagieren sollte. Kai Wegner, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen, begrüßte die Teilnehmer des Fachgesprächs und wies darauf hin, dass nicht nur große, sondern auch kleinere Städte vom derzeitigen Wandel betroffen seien. Er mahnte an, „Stadt und Land nie gegeneinander, sondern miteinander zu denken“.

Ganzheitlicher Ansatz

In seiner Einführung betonte Marcus Weinberg, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dass sich die Städte derzeit verändern – „und die Menschen strömen weiterhin hinein“. Bis 2050 werden voraussichtlich rund 70 Prozent der Menschen in Städten leben. Doch der Klimawandel stellt die urbanen Räume vor große Herausforderungen. Weinberg mahnte neue Technologien zur Errichtung klimaneutraler Gebäude sowie für eine smarte Stadtplanung an.

Thorsten Kausch, Experte für Stadtmarketing bei der Stadtmanufaktur Hamburg, stellte fest, dass seit den 1990er Jahren in den Innenstädten eine Konzentration auf Handel und Büronutzung stattfand. Dabei, so der Experte, brauche man „einen ganzheitlichen Ansatz, der alles umfasst: von Bildung über Kultur bis Wohnen“.

Kausch mahnte: Citymanagement sollte grundsätzlich nicht nur von einer Quelle finanziert sein – man brauche das Zusammenspiel mit privaten Akteuren, „ein kuratiertes Miteinander“.

Grüne Infrastrukturen

Eva Weber, Oberbürgermeisterin von Augsburg, betonte, dass Corona bewiesen habe, dass Städte allumfassend funktionieren müssten. Viele Einwohner in einigen Städten hätten nicht einmal einen Balkon – dies zeige, dass man ausreichend grüne Infrastrukturen zur Verfügung stellen müsse. Perspektivisch benötige man Programme für Kanäle und generell für Biodiversität.

Der Erste Bürgermeister der Stadt Heidelberg, Jürgen Odszuck, wies darauf hin, dass man die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen dürfe, als man Stadtgebiete mit einem Übermaß entweder von Gewerbe- oder von Wohnnutzung konzipiert hatte. Ein positives Lebensumfeld schafften vor allem urbane Mischungsgebiete.

Zum Abschluss bekräftigte der für Bau zuständige Stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Ulrich Lange, dass in den kommenden Monaten wichtige Weichenstellungen für die Gestaltung der urbanen, aber auch der ländlichen Räume anstünden – als Beispiel nannte er die Gespräche rund um die Baugesetzbuch-Novelle.