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Kultur bietet eine geistige Heimat

Unionsfraktion unterstützt kulturelle Einrichtungen im ländlichen Raum

Chöre, Museen und Theater im ländlichen Raum stiften Identität und Heimat in einer sich schnell verändernden Welt. Sie schaffen lokale und soziale Verbundenheit. Gleichzeitig sind Kultureinrichtungen Orte, in denen große Themen diskutiert werden und Weltoffenheit gelebt wird. Wie diese wertvollen Kulturorte, wie vor allem auch die vielen ehrenamtlichen Initiativen gestärkt werden können, war Thema eines Fachgespräches der CDU/CSU-Fraktion im März 2019.

Tausende Menschen engagieren sich ehrenamtlich in Chören, Traditionsvereinen, lokalen Museumsprojekten, für den Erhalt der Kirchen und Denkmäler in ihrer Region. „Kultur sorgt dafür, dass Identität geschaffen wird und Integration stattfindet – in einer Weise, wie wir es uns in anderen Bereichen wirklich wünschen würden“, so Gitta Connemann, stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion. Damit dieses Engagement lebendig bleibt, ist im Koalitionsvertrag beschlossen worden, das Ehrenamt von bürokratischen Vorgaben zu entlasten. Hochkultur und Breitenkultur dürfen nicht gegeneinanderstehen. Beides ist wichtig und greift in der Arbeit vieler Kulturinstitutionen bereits ineinander, wie Teilnehmer berichteten. 

Infrastruktur in ländlichen Regionen unterstützen

Kulturstaatsministerin Professor Monika Grütters stellte vor, wie der Bund Kultur im ländlichen Raum fördert. Beispielsweise stehen für das Programm „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“ von 2015 bis 2024 insgesamt 22,8 Millionen Euro zur Verfügung. Damit werden Veränderungsprozesse der kulturellen Infrastruktur in ländlichen Regionen unterstützt, die in besonderer Weise vom demografischen Wandel geprägt sind. Im Rahmen des Programms „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland“ stellt die Kulturstaatsministerin zudem jährlich vier Millionen Euro für Kultureinrichtungen in den strukturschwachen ostdeutschen Ländern zur Verfügung. Dieses Programm soll ab 2020 aufgestockt und auf alle Bundesländer ausgeweitet werden. 

Fachgespräch Heimat und Kultur

Kultur bietet eine geistige Heimat

„Kultur bietet eine geistige Heimat – gerade in einer globalisierten und digitalisierten Welt, in der alte Gewissheiten in Frage gestellt werden, in der sich Regionen und Städte rasant verändern, in der oft auch soziale Strukturen wegbrechen,“ so Grütters. „Wo nicht nur das nächste Krankenhaus, sondern auch das nächste Kino, die nächste Bibliothek, das nächste Museum kilometerweit entfernt sind, fühlen Menschen sich abgehängt.“

Fachgespräch Heimat und Kultur

Offen für alle sein

Das Oderbruchmuseum Altranft ist ein TRAFO-Projekt. Programmleiter Kenneth Anders: „Die Suburbanisierung des Dorfes schritt voran, das Museum war ermüdet. Für uns ist wichtig, dass wir die Menschen in eine regionale Selbstbeschreibung involvieren. Zum Beispiel das Jahresthema Landwirtschaft: Wir haben mit vielen Landwirten in der Region gesprochen und am Ende ein sehr vielfältiges Bild der heutigen Landwirtschaft gezeigt, so wie sie unsere Region prägt.“ 

Fachgespräch Heimat und Kultur

Menschen auf dem Land haben gleichwertigen Anspruch auf Kultur

Für die CDU/CSU-Fraktion steht fest: Bei der Kulturförderung sollte nicht mehr nur danach gefragt werden, ob ein Projekt nationale Bedeutung hat, sondern auch, welche Auswirkungen es auf das Leben im ländlichen Raum hat. „Die Politik muss sich ganz klar machen, dass jeder Mensch auf dem Land den gleichen Anspruch auf Kultur hat, wie ein Städter,“ so Elisabeth Motschmann, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion. Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse heißt dabei nicht, dass überall dasselbe Angebot herrscht. Aber das Netz von Kulturorten und der Möglichkeiten gerade auch für Kinder und Jugendliche, sich selbst kulturell zu betätigen, muss erhalten bleiben. Dafür setzt sich die CDU/CSU-Fraktion weiter ein.