Stacheldraht in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

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(Quelle: Monica Volpin / pixabay)
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Holocaust-Gedenken ist Mahnung und Auftrag

Der 27. Januar ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Der 27. Januar ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Er erinnert an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Auch heutzutage müssen sich Politik und Zivilgesellschaft entschieden gegen Antisemitismus stellen.

Jedes Jahr am 27. Januar gedenkt Deutschland der Opfer des Nationalsozialismus. An diesem Tag im Jahr 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit – ein Dreh- und Angelpunkt der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie, in dem die Nazis zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen systematisch ermordeten.

„Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist uns allen Mahnung, an die Gräuel der Vergangenheit zu erinnern, und auch Auftrag, solche Gräuel in Gegenwart und für alle Zukunft zu verhindern“, betont der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Stephan Harbarth.

„Sprachlos, aber nicht tatenlos“

Zuletzt rückte der Hass, der vielen Juden in Deutschland leider immer noch entgegen schlägt, durch mehrere Vorfälle wieder stärker in die Öffentlichkeit. Umso entschiedener müssen Politik und Zivilgesellschaft auf diesen reagieren: „Das Verbrennen israelischer Flaggen und Skandieren gegen jüdisches Leben steht unserer freiheitlichen Demokratie, unserem Religionspluralismus und dem friedlichen Zusammenleben zutiefst entgegen. Diese Taten machen uns sprachlos, aber nicht tatenlos“, so Harbarth weiter.

Mitte Januar wurde hierzu auf Initiative der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein entsprechender Antrag „Antisemitismus entschlossen bekämpfen“ eingebracht und von einer breiten Mehrheit des Deutschen Bundestages verabschiedet. Er bringt konkrete Schritte wie die Schaffung eines Antisemitismusbeauftragten oder dem Ausbau des deutsch-israelischen Jugendaustauschs auf den Weg. Gleichzeitig fordert er aber auch, das Straf- und Versammlungsrechts zu überprüfen – etwa, um künftig wirksam gegen die Verbrennung der israelischen Flagge und antisemitische Ausschreitungen vorgehen zu können.

Gedenkfeier im Deutschen Bundestag

Auch die Kanzlerin äußerte sich in ihrem wöchentlichen Podcast zum Holocaust-Gedenktag: "Wir sind sehr froh, dass es wieder jüdisches Leben in Deutschland gibt. Und dass das möglich ist, dafür möchte ich mit ganzer Kraft eintreten". Denn Antisemitismus können wir in unserer Gesellschaft nicht tolerieren.  Stephan Harbarth bringt es dabei auf den Punkt: „Der einzige Platz, den Antisemitismus in unserem Land verdient, ist auf dem Schutthaufen der Geschichte. Dieser Geschichte erinnern wir nicht nur, aber ganz besonders am 27. Januar.“

Ein Teil dieser Erinnerung wird auch in diesem Jahr wieder im Deutschen Bundestag stattfinden. Vor dem Beginn der Plenarsitzung am Mittwoch findet dazu eine Gedenkfeier statt. Die Gedenkrede hält Anita Lasker-Wallfisch, die eine der letzten bekannten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz ist. Nach der Befreiung wanderte sie nach Großbritannien aus, wo sie erfolgreich als Cellistin spielte. In Deutschland berichtet sie seit vielen Jahren vor allem an Schulen von ihrem Schicksal und dem anderer Opfer des Nationalsozialismus und des Holocausts.

Die Gedenkstunde wird am Mittwoch, dem 31. Januar 2018 ab 13 Uhr live im Parlamentsfernsehen, im Internet auf www.bundestag.de und auf mobilen Endgeräten übertragen.