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Ganztagsbetreuung für Grundschüler

Bundestag diskutiert Finanzierung

Immer mehr Familien wollen beides: eine optimale Betreuung für die Kinder, aber auch ausreichend zeitliche Flexibilität, damit sich beide Elternteile beruflich verwirklichen können. Doch die Realität sieht viel zu oft noch anders aus: Die Kinder kommen mittags hungrig nach Hause, die Hausaufgaben müssen noch erledigt werden, genau wie die Fahrt zur Nachhilfe oder zum Sportverein.

Bei Kita-Kindern schon gelungen

Viele berufstätige Eltern wünschen sich eine umfassende Betreuung für ihren Nachwuchs. Was bei Kita-Kindern schon gelungen ist, soll nun auch für Grundschüler umgesetzt werden: Mit dem „Gesetz zur Errichtung des Sondervermögens zum Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter" (kurz: Ganztagsfinanzierungsgesetz), über das der Bundestag beraten hat, soll eine umfassende Betreuung für die jüngsten Schüler auf den Weg gebracht werden.

2 Mrd. Euro für Länder und Kommunen

Dabei sollen aber nicht nur gebundene Ganztagsschulen, sondern auch andere Angebote gefördert werden – wie offene Grundschulen und Hortbetreuungen. Dafür will der Bund Ländern und Kommunen in diesem und im nächsten Jahr insgesamt 2 Milliarden Euro zur Verfügung stellen.

Gesellschaftliche Modernisierung

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek wies darauf hin, dass Deutschland ein Land sei, in dem „Innovation nicht nur technische Innovation ist, sondern auch gesellschaftliche Modernisierung“. Gerade für international tätige Arbeitnehmer wäre ein Angebot der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder heutzutage selbstverständlich. Man müsse sich fragen, ob wir für Menschen aus aller Welt, die bei uns arbeiten wollen, attraktive Rahmenbedingungen schaffen wollen.

Hochattraktives Bildungsangebot

Die Ministerin nannte als Beispiel etwa hochkarätige KI-Forscher, die über eine Karriere in unserem Land nachdenken würden – diese aber wünschen sich „nicht nur Betreuung, sondern ein hochattraktives Bildungsangebot“ für ihre Kinder. Mit der Ganztagsbetreuung haben wir die Chance, ein „internationales Aushängeschild für Deutschland“ zu schaffen.

Die besten Rahmenbedingungen

Nadine Schön, die stellvertretende Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, erläuterte, dass der Grundsatz der Familienpolitik der CDU/CSU die Wahlfreiheit sei – das heißt, „Familien können ihren Tag gestalten, wie wollen, und sie bekommen dafür die besten Rahmenbedingungen“.

Anstieg der Betreuungsquote

Schön wies auf den Anstieg der Betreuungsquote in den Ländern von 13,6 Prozent im Jahr 2006 auf jetzt über 30 Prozent hin. Bisher gibt es jedoch, nachdem die Kinder eingeschult wurden, einen Bruch in der Betreuung, da in vielen deutschen Regionen bisher keine guten Angebote für Grundschüler vorhanden seien. Das soll sich jetzt ändern, denn „Vielfalt, Verlässlichkeit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie – das ist uns ein Anliegen“.