DDR Mauer in Berlin

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(Quelle: picture alliance/dpa)
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SED-Unrecht nicht vergessen

Fraktion gedenkt der Opfer des Mauerbaus

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion gedenkt der Mauertoten. 327 Menschen starben beim Versuch, die innerdeutsche Grenze zu überwinden.

„An jenem Morgen des 13. August stürmte ich fröhlich in unser Wohnzimmer. Den Blick meines Vaters verstand ich sofort. Er bedeutete „Ruhe!“. Sein Ohr klemmte am alten Röhrenradio. Aus dem Kratzen versuchte er die Nachrichten des Senders Rias zu verstehen.“ So beschreibt Maria Michalk, die bis 2017 für die CDU im Bundestag saß, ihre Erinnerungen an den 13. August 1961.

In den Tagen darauf, so erzählte Michalk weiter, druckten die Tageszeitungen Bilder mit stolzen Bauarbeiten, die laut Text darunter „eine existenzielle Aufgabe zum Schutz des Sozialismus erfüllten“.

SED verantwortlich für Mauertote

Die SED-Führung unter Walter Ulbricht hatte am 13. August 1961 mit dem Bau der Mauer begonnen. 28 Jahre lang zerschnitt diese Grenzbefestigung -  in der DDR „antiafaschistischer Schutzwall“ genannt – Berlin. Allein hier starben mindestens 138 Menschen bei Fluchtversuchen.  Auch außerhalb Berlins teilten tödliche Grenzbefestigungen auf einer Länge von rund 1400 Kilometern Deutschland von der Ostsee über Harz und den Thüringer Wald bis zum Vogtland. Mindestens 327 Menschen sind in den Folgejahren an der innerdeutschen Grenze getötet worden. Vier von fünf Toten waren jünger als 35 Jahre. 

„Der Bau der Berliner Mauer war der sichtbarste Ausdruck des SED-Unrechtsregimes" so Elisabeth Motschmann, Sprecherin der AG Kultur und Medien in der Unionsfraktion. Für Motschmann und ihre Fraktionskollegen der Unionsparteien bleibt der 13. August eine immerwährende Mahnung, an die Einsperrung der ostdeutschen Bürger und die Repressionen durch den Unterdrückungsapparat der DDR zu erinnern.

DDR-Bevölkerung belogen

Den DDR-Bürgern verkauften Ulbricht und seine SED-Schergen die Mauer als „Schutz vor Staatsfeinden“. Eine Lüge, denn sie verfolgten damals ein ganz anderes Ziel: Die massenhafte Fluchtbewegung aus der DDR nach Westberlin und in die Bundesrepublik sollte gestoppt werden, um das Ausbluten der DDR-Gesellschaft an Fachkräften zu verhindern. 

2018 ist Mauer ist schon länger Geschichte als sie brutale Wirklichkeit gewesen ist. "Umso wichtiger ist es, das Geschichtsbewusstsein gerade der jungen Menschen zu stärken", so Motschmann. Daher hat die Koalition auf Betreiben der CDU/CSU-Fraktion im Koalitionsvertrag das Programm ‚Jugend erinnert‘ auf die Beine gestellt. Es soll u. a. Gedenkstättenbesuche junger Menschen fördern und zur Demokratiebildung beitragen.