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Quelle: unsplash.com
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Die digitale Welt braucht Standards

HeilmannHeilmann zu Gast bei „Ratspräsi2Go“ – Vereinheitlichungen erleichtern das Leben

Gemeinsame Standards erleichtern Wirtschaft und Verbrauchern das Leben. Sie sorgen für Effizienz, Transparenz und Kostenvorteile. Für die digitale Welt gibt es jedoch kaum Standards – ein gravierendes Versäumnis, wie Thomas Heilmann findet.

In der Veranstaltung „Ratspräsi2Go“ warb der Abgeordnete, der Mitglied im CDU/CSU-Fraktionsvorstand ist, für Vereinheitlichungen in Wirtschaft und Verwaltung. Heilmann war zu Gast in der Veranstaltungsreihe „Ratspräsi2Go“, zu der die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katja Leikert, anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 in regelmäßigen Abständen und zu unterschiedlichen Themen eingeladen hatte. Die Veranstaltung zu Standards in der Digitalisierung war die letzte der Serie. 

In Sachen Standardisierung gebe es in Deutschland „viel Luft nach oben“, beklagte auch Leikert. Wie wichtig sie sei, zeigten beide Politiker anhand eines DIN-A4-Blattes. Dank dieser DIN-Normung können Blätter hergestellt werden, die in jede Druckerschublade passen. Für Druckerpatronen und Handy-Ladegeräte gebe es solche einheitlichen Standards leider nicht. Da setze jeder Hersteller seine eigene Norm. 

Mobilfunkstandard GSM als Vorbild

„Deutschland war Standardisierungsweltmeister im 19. Jahrhundert während der Industrialisierung“, sagte Heilmann und fügte hinzu: „Bei der Software haben wir es komplett verschlafen.“  Das einzige herausragende Beispiel für Standardisierung in Europa sei der Mobilfunkstandard GSM, der in rund 200 Ländern verbreitet ist und von fast 80 Prozent der Kunden genutzt wird. Als digitale Anwendungsgebiete, für die eine Standardisierung dringend benötigt wird, nannte er Schulsoftware, Gesundheitsdaten oder Suchmaschinen.  

Heilmann sprach sich für staatliche Standards aus, denn die Unternehmen hätten kein Interesse an einer Vereinheitlichung. Sie wollten lieber ihre eigenen Standards durchsetzen, um daran zu verdienen. Als Lösungsweg schlug Heilmann vor, sich am Pharma-Bereich zu orientieren. Dort können Nachahmerprodukte kostengünstig hergestellt werden, sobald der Patentschutz für Medikamente ausläuft. „Dann ist es mit der Abhängigkeit vorbei“, sagte er. Der Innovationswettbewerb könne beginnen.