Faktencheck Rente

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(Quelle: pa/ZB)
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Faktencheck: Rente

Gute Nachrichten für die Rentnerinnen und Rentner

Die gesetzliche Rentenversicherung befindet sich in hervorragender Verfassung. Die Renten sind zum 1. Juli 2018 erneut deutlich gestiegen und auch 2019 ist mit einer deutlichen Erhöhung zu rechnen. Für Mütter, Erwerbsgeminderte, Menschen mit geringem Einkommen und Arbeitnehmer, die mehr Flexibilität wünschen, wurden auf Initiative der Unionsfraktion wichtige Verbesserungen beschlossen. 

Hier unser Faktencheck:

Wie hoch waren in den vergangenen Jahren die Rentenerhöhungen?

Rente
Bild: pa/ Ulrich Baumgarten

Als Folge der guten wirtschaftlichen Entwicklung hat sich auch die Höhe der Renten in den vergangenen Jahren sehr erfreulich entwickelt. Den stärksten Anstieg gab es 2016 mit 4,25 Prozent im Westen und sogar fast 6 Prozent in den neuen Bundesländern. Aber auch zum 1. Juli 2018 wurden die Renten in den alten Bundesländern um 3,2 Prozent und im Osten um 3,4 Prozent angehoben.

Die durchschnittliche Rentensteigerung im Westen lag in den vergangenen zehn Jahren bei 2 Prozent und im Osten bei 2,9 Prozent. Da die Inflationsrate in diesem Zeitraum im Durchschnitt deutlich niedriger lag, konnten sich die Rentnerinnen und Rentner in den vergangenen zehn Jahren immer wieder über reale Kaufkraftgewinne freuen.
 

Wie hoch ist die Mütterrente und welche Frauen bekommen sie?

Mütter
Bild: pa/dpa

Die Erhöhung der Mütterrente zum 1. Juli 2014 ist ein großer Erfolg der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Damit wurde eine Gerechtigkeitslücke geschlossen und die Erziehungsleistung der Frauen und Männer, deren Kinder vor dem 1. Januar 1992 geboren wurden, durch eine höhere Rente finanziell gewürdigt. Denn Eltern, die vor 1992 Kinder großgezogen haben, hatten bei weitem nicht die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie jüngere Eltern sie mittlerweile haben.

Mit der Mütterrente erhielten die Mütter und Väter, die für die Erziehung ihrer vor 1992 geborene Kinder die Berufstätigkeit unterbrochen haben, 2014 pro Kind ein weiteres Jahr Kindererziehungszeit angerechnet. Zum 1. Januar 2019 wird es nun ebenfalls auf Initiative von CDU und CSU eine erneute Erhöhung der Mütterrente geben, indem weitere sechs Monate Kindererziehungszeit angerechnet werden.  

Rund zehn Millionen Frauen profitieren von der Ausweitung der Mütterrente. Ein Beispiel: Bei zwei vor 1992 geborenen Kindern gibt es rund 700 Euro im Jahr zusätzlich. Einige Frauen haben jetzt sogar ganz neue Ansprüche erworben, so zum Beispiel, wenn sie drei vor 1992 geborene Kinder haben.

Bis wann sind Ost- und West-Renten endlich voll angeglichen?

Rentner
Bild: pa/ Rothermel

Von 2018 bis 2025 werden die Rentenwerte in den neuen Bundesländern schrittweise denen in Westdeutschland angeglichen. Parallel dazu fällt die Höherbewertung der Einkommen im Osten weg. Damit wird auch im Bereich der Alterssicherung die deutsche Einheit vollendet sein. 
Die Angleichung wird ebenfalls auf die gesetzliche Unfallversicherung und die Alterssicherung der Landwirte übertragen.

Sowohl der Rentenwert (Ost) als auch die Beitragsbemessungsgrenzen (Ost) und die Bezugsgröße (Ost) werden in sieben Schritten auf die jeweiligen Westwerte angehoben. Die Angleichung erfolgt auch deshalb über einen längeren Zeitraum, damit die Höherbewertung der Einkünfte im Osten nicht abrupt wegfällt, sondern langsam abschmilzt.

Wie flexibel bin ich beim Renteneintritt?

Renteneintritt
Bild: pa/chromorange

Die von der Union durchgesetzte Flexirente macht es einfacher, den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand individuell zu gestalten. Durch die neuen flexibleren Hinzuverdienstregelungen können Menschen neben ihrer Rente arbeiten, ohne durch starre Verdienstgrenzen zu starke Einbußen bei ihrer Rente befürchten zu müssen. 

Wer zum Beispiel mit 63 Jahren eine vorgezogene Altersrente bezieht, kann daneben durch eine Beschäftigung bis zu 6300 Euro zusätzlich verdienen, ohne dass es Abzüge bei der Rente gibt. Aber auch bei höherem Arbeitsverdienst wird der Mehrverdienst nur zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Nach Erreichen der Regelaltersgrenze darf unbegrenzt hinzuverdient werden. 

Wer als Rentnerin oder Rentner weiterarbeiten möchte, kann durch freiwillige Beitragszahlungen auch die eigenen Rentenansprüche erhöhen. Die Beiträge werden dann weiterhin je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber übernommen.
 

Kann ich mit 63 wirklich abschlagsfrei in Rente?

Pension
Bild: pa/dpa

Neben der Mütterrente wurde auch die abschlagsfreie Rente mit 63 beschlossen. Sie kann von Arbeitnehmern nach 45 Beitragsjahren in Anspruch genommen werden. Parallel zur Anhebung des allgemeinen Renteneintrittsalters steigt auch das Eintrittsalter für die Rente mit 63 bis 2029 wieder auf 65 Jahre an. 

Welche Verbesserungen gibt bei der Riester-Rente?

Riester
Bild: pa/dpa

Riester-Sparer bekommen mehr Geld vom Staat, denn die Grundzulage für diese Art der Privatvorsorge wurde zum 1. Januar 2018 von vorher 154 auf 175 Euro erhöht. Und für jedes Kind gibt es 200 Euro zusätzlich. Das kommt vor allem den Riester-Sparern mit geringen Einkommen zugute. Auch Frauen profitieren über die zusätzlichen Kinderzulagen in vielen Fällen besonders von der Riester-Rente.

Eine grundlegende Verbesserung gibt es auch für Menschen, die wegen einer kleinen Rente zusätzlich Grundsicherung im Alter beziehen. Anders als zuvor werden freiwillige Zusatzrenten bis zu einer Obergrenze von 208 Euro nicht mehr auf die staatlichen Leistungen angerechnet. Gerade für Menschen mit geringem Einkommen gibt es so einen neuen Anreiz, privat für das Alter vorzusorgen. Denn wer freiwillig vorsorgt, erhält zukünftig immer mehr als nur die Grundsicherung. 
 

Welche Verbesserungen gibt es bei der Erwerbsminderungsrente?

Erwerbsminderung
Bild: pixabay

Aus gesundheitlichen Gründen die Berufstätigkeit einschränken oder sogar ganz aufgeben zu müssen, geht oft mit einem schweren persönlichen Schicksalsschlag einher. Um zumindest die finanziellen Folgen etwas auszugleichen, wurden Bezieher einer Erwerbsminderungsrente bis Juni 2014 so gestellt, als hätten Sie bis zum 60. Lebensjahr weitergearbeitet.

Die Bezüge von Versicherten, die ab 1. Juli 2014 aus gesundheitlichen Gründen ihre Berufstätigkeit erhebliche einschränken oder ganz aufgeben mussten, werden so berechnet, als hätten sie bis zum 62. Lebensjahr weitergearbeitet, was bereits ein deutlicher Fortschritt war.
Zukünftige Bezieher einer Erwerbsminderungsrente werden sogar so gestellt, als hätten sie bis zur Regelaltersgrenze weitergearbeitet. Damit werden bei der Rentenberechnung noch mehr Versicherungsjahre zugrunde gelegt, was zu einer spürbaren Steigerung der Bezüge führt.

Welche Verbesserungen gibt es bei den Betriebsrenten?

Betriebsrente
Bild: pa/dpa

Die betriebliche Altersversorgung ist eine wichtige Ergänzung der gesetzlichen Rente, die auch in Zukunft noch weiter ausgebaut werden muss. Das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz erleichtert es insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen, für ihre Mitarbeiter eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten.

Besonders gefördert wird dabei die betriebliche Altersversorgung für Arbeitnehmer mit geringem Einkommen. So erhalten Unternehmen besondere steuerliche Vergünstigungen, wenn sie ihren Mitarbeitern mit einem monatlichen Brutto-Einkommen von bis 2200 Euro Zuschüsse zu einer betrieblichen Altersversorgung zahlen
Verlässt ein Arbeitnehmer früher als erwartet einen Betrieb, sind die erworbenen Ansprüche für eine Betriebsrente jetzt besser geschützt.

Denn die Union hat Verbesserungen bei der Übertragbarkeit und bei der sogenannten Unverfallbarkeit von Betriebsrenten auf den Weg gebracht. Wer mindestens 21 Jahre alt ist (bisher 25) und mindestens drei Jahre im Betrieb tätig war (bisher fünf Jahre), behält künftig bei der arbeitgeberfinanzierten Versorgung die Ansprüche auf die Betriebsrente, auch wenn das Unternehmen vorzeitig verlassen wird.