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(Quelle: Unsplash.com)
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Faktencheck | Corona-Tests

Die Zahl der Infektionen mit dem Corona-Virus steigt wieder, dazu tragen auch Reisende bei, die aus Risikogebieten nach Deutschland zurück kommen. Für sie gilt eine Testpflicht. Hier Fragen und Antworten im Faktencheck.

Welche Länder gelten als Risikogebiete?

Die Länder, die als Risikogebiete gelten, stehen auf einer Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI). Zu ihnen gehören unter anderen Ägypten, Indien, Israel, Kuba, Südafrika, die Türkei und die USA. Aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die drei spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Die Bunderegierung prüft fortlaufend, was als Risikogebiet eingestuft werden muss. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Was müssen Menschen tun, die aus Risikogebieten einreisen?

Wer sich in den 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss sich auf eine Infektion mit SARS-CoV2 testen lassen. Möglich ist auch, ein negatives Testergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist. 

Schon bisher mussten sich Reisende aus Risikogebieten in Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt die Aufenthaltsadresse angeben. Falls im Flugzeug, Schiff, Bus oder Zug bei der Einreise aus einem Risikogebiet Aussteigekarten verteilt wurden, genügt es, die Aussteigekarte auszufüllen und beim Beförderer abzugeben.

Wer aus einer Region einreist, die kein Risikogebiet ist, kann sich auch testen lassen. Innerhalb von 72 Stunden nach Einreise ist der Test für alle Einreisenden aus dem Ausland kostenlos.
 

Was bedeutet Quarantäne?

Quarantäne bedeutet, dass man sich unmittelbar nach der Einreise auf direktem Weg nach Hause oder in eine andere geeignete Unterkunft begeben muss. Dort muss man sich 14 Tage lang isolieren. Das Gesundheitsamt überwacht die Quarantäneverpflichtung.

Die Regelung zur Quarantänepflicht kann von Bundesland zu Bundesland variieren. Auf ihren Internetseiten informieren die Bundesländer darüber, wie ihre Quarantäneregelung konkret aussieht.
 

Kann man den Test verweigern?

Zwangstests sind nicht geplant. Wer jedoch aus einem Risikogebiet einreist und einen Test in den 14 Tagen nach Rückkehr ablehnt, muss mit einer Geldbuße rechnen. Auch wer gegen die Meldepflicht verstößt oder die häusliche Quarantäne umgeht, gegen den können die Behörden vor Ort hohe Bußgelder verhängen.

Sind die Tests für Einreisende kostenlos?

Ja, Rückkehrende sowohl aus Risikogebieten als auch aus Gebieten, in denen das Corona-Virus kaum verbreitet ist, können sich kostenlos testen lassen. Seit dem 1. August werden die Kosten für den Test übernommen, wenn er innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise erfolgt. Auch ein Wiederholungstest pro Person ist kostenfrei. Die Betreffenden müssen belegen, dass sie aus dem Ausland eingereist sind – etwa mit einem Boarding-Pass, einem Ticket oder einer Hotelrechnung.

Die Kosten für die Tests übernimmt der Bund über den erhöhten Zuschuss zur Krankenversicherung. Wird ein Test durch den öffentlichen Gesundheitsdienst der Länder durchgeführt, tragen die Länder einen Teil der Kosten selbst.
 

Ist eine Testwiederholung sinnvoll?

Ein negatives Testergebnis kann immer nur eine Momentaufnahme darstellen. Deshalb ist fünf bis sieben Tage nach dem Test eine Wiederholungstest sinnvoll. Angeordnet werden kann ein Wiederholungstest im Einzelfall von den zuständigen Gesundheitsämtern.

Egal, wie das Testergebnis ausfällt: Treten innerhalb von 14 Tagen nach Einreise aus einem Risikogebiet typische COVID-19-Symptome wie Atemnot, Husten, Fieber oder Geruchs- oder Geschmacksverlust auf, muss umgehend das zuständige Gesundheitsamt informiert werden. Unklare Symptome sollten – auch wenn der Test negativ war – unverzüglich mit einem Arzt abgeklärt werden.
 

Wer kann sich in Deutschland sonst noch kostenlos testen lassen?

Darüber entscheidet in der Regel ein Arzt. Kostenlos getestet werden unter anderem Personen mit Symptomen, die auf eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 hindeuten, Personen, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten, Personen, die in einer Gemeinschaftseinrichtung leben oder arbeiten, in der die Infektion aufgetreten ist sowie Patienten und Personal in Reha-Einrichtungen.

Darüber hinaus können auch stichprobenartig Bewohner, Patienten und Personal von Pflegeheimen und Krankenhäusern getestet werden. In Regionen mit vielen Neuinfektionen, d.h. mindestens 50 Fällen pro 100.000 Einwohner über sieben Tage, können große Teile der Bevölkerung Tests durchlaufen.
 

Welche Regel gilt für Pendler in Grenzregionen?

Pendler aus Risikogebieten sind in der Regel nach landesrechtlicher Regelung von der Quarantäne-Verpflichtung ausgenommen. Sie sind dann auch nicht verpflichtet, eine Testbescheinigung vorzulegen. Sie können sich jedoch bis 72 Stunden nach Einreise kostenlos testen lassen, wenn sie das möchten.

Reichen die Testkapazitäten?

In den vergangenen Monaten konnten die Testkapazitäten Monaten erheblich ausgebaut werden. Wie die Labore dem RKI melden, liegen die Kapazitäten derzeit bei bis zu 1,2 Millionen Tests pro Woche. Davon wird seit Wochen knapp die Hälfte ausgeschöpft. Die Testkapazitäten werden außerdem weiter ausgebaut.