Corona Warn App im iOS Store

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(Quelle: picture alliance/dpa | Sven Hoppe)
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Faktencheck | Corona App

Corona-Warn-App hilft die Ausbreitung zu stoppen

Wer mithelfen will, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, kann dazu die „Corona-Warn-App“ verwenden. Sie steht gratis zum freiwilligen Download für Android  und iOS bereit. Bislang wurde die Warn-App von mehr als 18,4 Millionen Mal heruntergeladen. Experten schätzen, dass rund 15 Millionen Menschen in Deutschland sie aktiv nutzen.

 

Hier Fragen und Antworten zur App.

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Die Corona-Warn-App informiert Sie, wenn Sie sich längere Zeit in der Nähe einer Person aufgehalten haben, bei der später eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde. Auf diese Information können Sie rasch mit einem Test reagieren und laufen nicht Gefahr, das Virus unbewusst weiter zu verbreiten.

Die mühsame Nachverfolgung von Infektionsketten über die Gesundheitsämter wird mit dieser digitalen Hilfe stark beschleunigt. Die App auf Ihrem Smartphone erkennt andere Smartphones in der Nähe, auf denen die App ebenfalls aktiviert ist. Sie tauschen dann untereinander Zufallscodes aus. Entscheidende Kriterien sind die Dauer der Begegnung und die Entfernung der User voneinander. Die Zufallscodes werden für 14 Tage ausschließlich auf den Smartphones der betreffenden Nutzer gespeichert, die sich begegnet sind.

Wie wird der Nutzer im Risikofall gewarnt?

Werden Personen, die die App nutzen, positiv auf das Coronavirus getestet, können sie freiwillig andere Nutzer darüber informieren. Dann werden die Zufallscodes des Infizierten allen Personen zur Verfügung gestellt, die die Corona-Warn-App nutzen. Die App prüft im Anschluss, ob Sie die positiv getestete Person getroffen haben. Diese Prüfung findet nur auf Ihrem Smartphone statt. Falls die Prüfung positiv ist, zeigt Ihnen die App eine Warnung an. Zu keinem Zeitpunkt erlaubt dieses Verfahren Rückschlüsse auf Sie oder Ihren Standort.

Das heißt allerdings auch: Sie erhalten keine Echtzeitwarnung, wenn Sie sich näher als zwei Meter einer positiv getesteten Person nähern. Eine Reaktion in Echtzeit ist aus Gründen des Datenschutzes nicht möglich. Denn dadurch würde die Identität dieser Person festgestellt; entsprechende Schutzrechte würden verletzt. Das eigene Smartphone hat keine Informationen darüber, wer infiziert ist. Es weiß lediglich, dass es in der Nähe eines anderen Smartphones war, auf dem ein verifiziertes positives Testergebnis hinterlegt wurde. Ob ein positives Testergebnis geteilt wird oder nicht, entscheidet grundsätzlich jede Person für sich.

Wie schützt die App vor Datenmissbrauch?

Um Falschmeldungen oder Missbrauch zu verhindern, bekommen erkrankte Nutzer vom Labor einen QR-Code. Sie können das Testergebnis freiwillig in der App angeben, indem die den QR-Code scannen. Infizierte werden ausdrücklich gefragt, ob sie das Ergebnis zur Kontakt-Nachverfolgung teilen wollen. Alternativ kann man auch eine TAN eingeben, die man von einer Telefon-Hotline bekommt, da nicht alle Labore in der Lage sind, QR-Codes zu generieren.

Welche Daten speichert die App?

Die anonymisierten Daten der Kontakte werden dezentral auf dem jeweiligen Smartphone gespeichert. Der Abgleich, ob man einer infizierten Person begegnet ist, geschieht lokal auf dem Mobiltelefon. Einmal am Tag ruft das Gerät eine Liste mit den anonymen Gerätenummern ab, für die eine Covid-19-Infektion bestätigt wurde. Der Server hat allein die Aufgabe, die pseudonymisierten und autorisierten Positivmeldungen an alle Teilnehmer sicher und effizient zu verteilen, so dass dann auf deren Endgeräten – also dezentral - eine Begegnungsprüfung stattfinden kann. 

Wie wird die App weiterentwickelt?

Angestrebt ist ein automatisierter Prozess, bei dem das positive Testergebnis auf das Smartphone übertragen werden kann, sobald es vorliegt und die Person sich aktiv authentifiziert hat. Jede Person, die die App nutzt, muss aber immer erst selbst durch eine manuelle Bedienung mittels eines „Schiebeschalters“ in der App auf „positiv“ schalten. Ein solcher automatisierter Prozess ist heute noch nicht bei allen Testlaboren möglich. Dort, wo ein automatisierter Prozess noch nicht möglich ist, gibt es einen manuellen Prozess durch den Anruf bei einer Freischalt-Hotline zur Positivmeldung inklusive Verifikation des Testergebnisses.

Ersetzt die App die AHA-Regeln?

Nein, die App entbindet nicht davon, sich an die allgemeinen Schutzempfehlungen zu halten. Sie ist als Ergänzung zu verstehen. Wer sie nutzt, hilft, Infektionsketten nachvollziehbar zu machen und zu durchbrechen.

Zu den bekannten AHA-Regeln – Abstandhalten, Hygiene und Alltagsmasken – kommt im Winter das Lüften hinzu. Zusammen mit der App wird daraus: A-H-A-A-L.

Was bewirkt die App im Kampf gegen die Corona-Pandemie?

Ideal wäre es, wenn 60 Prozent der Bevölkerung die App nutzen. Aber auch bei deutlich weniger Nutzern kann sie Experten zufolge helfen, die Pandemie einzudämmen. Eine wissenschaftliche Studie zeigt sogar, dass die Nutzung einer App die Ausbreitung von Viren ähnlich effektiv eingrenzen kann wie das Tragen eines Mundschutzes.