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Volker Kauder Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
(Quelle: Foto Laurence Chaperon)

Stephanuskreis gibt verfolgten Christen eine Stimme in der Fraktion

Unionsfraktion wird im Engagement für religiöse Minderheiten nicht nachlassen

Der Stephanuskreis der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der sich um die Situation bedrängter Christen in aller Welt kümmert, setzt seine Arbeit auch in dieser Legislaturperiode fort. Die Mitglieder des Kreises bestätigten am Dienstagabend den Abgeordneten Heribert Hirte erneut in seinem Amt als Vorsitzenden. Dazu erklärt der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder:

„Die Mitglieder des Stephanuskreises eint die Überzeugung, dass Religionsfreiheit ein Grund- und Menschenrecht ist, das die Würde des Menschen auf besondere Weise schützt. Sie treten deshalb hör- und sichtbar in allen Bereichen der parlamentarischen Arbeit dafür ein: in der Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik etwa ebenso wie in der Bildungspolitik. Es ist eine traurige Tatsache: Wo dieses Freiheitsrecht eingeschränkt ist, achtet man den Menschen gering, werden auch andere Grund- und Menschenrechte unterdrückt.

Der Stephanuskreis ist ein wichtiges Forum für bedrängte und verfolgte Christen, die hier eine Gelegenheit erhalten, über ihre Anliegen und Probleme zu berichten. Dabei gilt das Engagement des Kreises niemals ausschließlich den Christen, selbst wenn sie zahlenmäßig am meisten von Einschränkungen ihrer Religionsfreiheit betroffen sind, sondern allen religiös Bedrängten. Denn in vielen Staaten, in denen Christen der Verfolgung ausgesetzt sind, werden auch Angehörige anderer Minderheitsreligionen unterdrückt oder ausgegrenzt.

Die Abgeordneten belassen es nicht beim Zuhören, sie reisen etwa auch in Staaten, über die ihnen berichtet wurde und suchen im Kontakt mit den Verantwortlichen danach, Missstände zu beseitigen. Dabei gilt: Breites öffentliches Bewusstsein für die mancherorts prekäre Lage insbesondere christlicher Minderheiten ist ein erster Schritt, um diesen Menschen helfen zu können. Auch sind Kongresse und Veranstaltungen ein probates Mittel, um die Öffentlichkeit auf Missstände hinzuweisen. In einer Veranstaltung am 16. Mai wird sich die Unionsfraktion erneut mit dem Schicksal der vertriebenen Christen und Jesiden im Nordirak beschäftigen.

Die CDU/CSU-Fraktion und auch ich ganz persönlich freue mich, dass unser Kollege Heribert Hirte weiterhin den Stephanuskreis leiten wird. Er füllt dieses Amt seit 2014 aus und gibt damit in bedrängten und verfolgten Christen eine Stimme in unserer Fraktion, aber auch weit über diese hinaus.

Das Engagement von rund 50 Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zeigt, dass das Thema Christenverfolgung für die Union einen enorm hohen Stellenwert hat.

Der Stephanuskreis trägt mit seinem Einsatz zur Umsetzung des Koalitionsvertrages der großen Koalition bei. Ein erster Erfolg ist dabei die Berufung des ersten Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit. Der Beauftragte soll unter anderem alle zwei Jahre einen Bericht der Bundesregierung zur Religionsfreiheit erstellen. Schon dies wird dem Thema mehr öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen.

Die Unionsfraktion wird in ihrem Einsatz für verfolgte Christen nicht nachlassen.“

Hintergrund

Im April 2010 wurde innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion der Stephanuskreis gegründet. In Erinnerung an den ersten christlichen Märtyrer (Apg Kap.7), dessen sowohl Katholiken als auch Protestanten gedenken, stellt der Stephanuskreis die Religionsfreiheit ins Zentrum seiner Arbeit. Der Stephanuskreis widmet sich insbesondere der Lage verfolgter Christen in aller Welt. Jenseits der Ausschussarbeit bildet der Kreis ein überkonfessionelles Gremium, das allen Unionsabgeordneten, denen das Thema Religionsfreiheit besonders am Herzen liegt, jederzeit offensteht. Die Initiativen fließen in die parlamentarische Arbeit der Fraktion ein.

Der praktizierende Katholik und Universitätsprofessor Prof. Dr. Heribert Hirte ist direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Köln II. Heribert Hirte wird die Tradition der persönlichen Gespräche mit Vertretern von Kirchen und Religionen aus betroffenen Regionen fortsetzen, aber auch unabhängige Experten und Beobachter einladen.