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Ökonomie trifft Ökologie – Agroforstsysteme sollen gefördert werden

Koalitionsantrag zur Förderung von Agroforst im Bundestag

Der Deutsche Bundestag wird heute den Koalitionsantrag „Produktivität, Klimaresilienz und Biodiversität steigern – Agroforstsysteme fördern“ abschließend beraten. Dazu erklären der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Stegemann, und der forstpolitische Sprecher Alois Gerig:

Albert Stegemann: „Mit diesem Antrag wollen wir die Schaffung und Bewirtschaftung von Agroforstsystemen erleichtern und bestehende Unklarheiten abbauen. Die Produktion von guten Nahrungsmitteln hat nach wie vor oberste Priorität, dennoch wissen wir, dass die Landwirtschaft gleichzeitig viel zu Umwelt- und Klimaschutz beitragen kann. Unsere Landwirtschaft erfüllt viele Funktionen.

Die Agroforstwirtschaft, also die Kombination von Bäumen beziehungsweise Gehölzen mit Ackerbau oder Tierhaltung, kann je nach Standort die landwirtschaftlichen Erträge steigern und gleichzeitig das Klima schützen. Darüber hinaus wird durch diese Kombination die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und die Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Fläche erhöht, was in Zeiten des Klimawandels immer entscheidender wird. Auch für Insekten und andere Tiere sind solche ‚Biodiversitätsinseln‘ auf dem Acker von großer Bedeutung.

In Deutschland hat die Agroforstwirtschaft noch nicht die Bedeutung wie in anderen Regionen der Welt. Uns ist aber wichtig, dass wir bestehende Hindernisse abbauen und dadurch den betriebswirtschaftlichen Instrumentenkasten für unsere Landwirtinnen und Landwirte erweitern.“

Alois Gerig: „Wir sind froh, dass wir das neue Jahr gleich mit einem gelungenen Antrag, der auf breite Zustimmung getroffen ist, begonnen haben. Die vielfältigen Arten von Agroforstsystemen verbinden Ökonomie und Ökologie gewinnbringend. Neben der Kombination von Ackerbau mit schnellwachsenden Gehölzen zur Energiegewinnung gibt es auch Systeme, die mit dem Anbau von Werthölzern, wie zum Beispiel Nussbäumen, arbeiten. So ist im Süden Deutschlands besonders die Streuobstwiese mit kombinierter Tierhaltung von großem Interesse.

Wichtig ist uns, dass Agroforstbäuerinnen und -bauern nun Klarheit und die nötige Rechtssicherheit erhalten. Dazu bedarf es einer breiten, aber eindeutigen Definition des Anbausystems. Agroforst muss nun endlich in die Förderlandschaft der europäischen und nationalen Agrarpolitik aufgenommen und Hemmnisse müssen abgebaut werden. So muss unter anderem ein Rückwandlungsrecht der Fläche gewährleistet werden und Gewässerrandstreifen müssen miteinbezogen werden können.

Es freut mich, dass wir mit diesem Antrag einen wichtigen Schritt für die Agroforstwirtschaft in Deutschland getan haben. Somit kann ein guter Weg zu mehr Multifunktionalität in der Landwirtschaft eingeschlagen werden. Nun gilt es, sich an die Umsetzung zu machen.“