Thema des Tages

Thorsten Frei neuer Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion

  • Fast 92 Prozent für den „Parlamentarier mit Leib und Seele“
  • Frei dankt für „Vertrauensbeweis und Rückenstärkung“
  • Vorgänger Jens Spahn für erfolgreiche Arbeit gedankt

Thorsten Frei ist neuer Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. In einer Sondersitzung wurde der 52-jährige CDU-Abgeordnete aus Baden-Württemberg mit 91,9 Prozent der Stimmen gewählt. Frei wertete das Votum seiner Kollegen „als Vertrauensbeweis und als Rückenstärkung für die Herausforderungen, die jetzt kommen“. Seine Aufgabe sei es, „der Fraktion eine eigene selbstbewusste Stimme zu geben“.  Frei dankte auch seinem Vorgänger Jens Spahn, der in den vergangenen 15 Monaten die Geschicke der Fraktion gelenkt hat, für seine erfolgreiche Arbeit im Zusammenspiel von Koalition und Regierung. 

Jens Spahn hatte den Fraktionsvorsitz vor zwei Wochen aus persönlichen Gründen niedergelegt. Auch die Parteichefs von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, dankten Spahn für seine hervorragenden Leistungen. Merz und Söder hatten Thorsten Frei als Nachfolger vorgeschlagen, dabei die Fraktion aber eng eingebunden. Das unterstrich der Vorsitzende der CSU im Bundestag, Alexander Hoffmann, der in der Übergangszeit die Fraktion gemanagt hatte. Er nannte Thorsten Frei einen „Parlamentarier mit Leib und Seele“.

Frei, der seit 2013 für den Wahlkreis Schwarzwald-Baar im Bundestag sitzt, kennt die Unionsfraktion wie seine Westentasche. Von 2018 bis 2021 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Innen und Recht. Von 2021 bis 2025 – in der Oppositionszeit – hatte er das Amt des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers inne. Nach der vorgezogenen Bundestagswahl 2025 machte Bundeskanzler Merz ihn zum Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes. Insofern eignet sich Frei gut als Scharnier zwischen Regierung und Union, die stärkste Kraft im Bundestag ist und die Koalition mit der SPD anführt.

Neue Dynamik mit neuer Personalaufstellung

Durch den Wechsel von Frei an die Fraktionsspitze war eine größere Personalrochade nötig geworden. Für die Personalien, darunter Nina Warken als neue Leiterin des Bundeskanzleramtes und Carsten Linnemann als neuer Gesundheitsminister sowie Franziska Hoppermann als neue CDU-Generalsekretärin, hat es in der Fraktion viel Applaus gegeben, wie Merz berichtete. Die veränderte Personalaufstellung verspreche neue Dynamik und neue Impulse. Mit ihr gehe man nun in den Herbst, in dem eine Reihe weiterer großer Reformen ansteht.

Reihe weiterer großer Reformen steht an

Als Aufgaben, die bis zum Jahresende abgearbeitet werden müssen, nannte Frei die Reformen der Pflege- und der Rentenversicherung, die Steuerreform und den Bürokratierückbau. Man werde das Vertrauen und die Zustimmung der Bevölkerung nur bekommen, wenn man die ganz persönlichen Lebensverhältnisse der Menschen verbessere. Zur Zusammenarbeit mit der Regierung sagte er: „Es bleibt unser Ehrgeiz, die guten Gesetze der Bundesregierung hier im Parlament noch besser zu machen.“ 

Teilen & Empfehlen