Maritime Wirtschaft

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(Quelle: rinson-chor / unsplash)
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Schifffahrt nimmt Kurs in Richtung Nachhaltigkeit

Digitales Fachgespräch zur Maritimen Wirtschaft

Wie lassen sich nachhaltige und klimafreundliche Lösungen für die internationale Schifffahrt finden? Über diese Fragen debattierten auf Einladung von Rüdiger Kruse, Beauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die maritime Wirtschaft, im Rahmen eines digitalen Fachgesprächs am Montag Schifffahrtsexperten aus ganz Deutschland. 

Den grundsätzlichen Anspruch formulierte Marie-Luise Dött, umweltpolitische Sprecherin der Unionsfraktion: „In der maritimen Wirtschaft kommt es besonders darauf an, bei der Lösung der ökologischen Herausforderungen mit ökonomischem Sachverstand zu handeln und die soziale Absicherung im Blick zu behalten.“ Da etwa 90 Prozent des weltweiten Warenverkehrs über den Seeweg abgewickelt werde, und der Export für Deutschland von enormer Bedeutung sei, sollte sich die deutsche Politik im besonderem Maße einbringen. 

Eine Aussage, die viele Fachleute in der Wirtschaft begrüßen. So hob Daniel Chatterjee von MTU-Friedrichshafen hervor, dass die Schifffahrt längst Kurs in Richtung Nachhaltigkeit nimmt. Der promovierte Physiker forderte allerdings klare Rahmenbedingungen von der Politik: „Eine global einheitliche Regelung mit klaren Zielen und konkreten Maßnahmen ist für uns wichtig. Sie wird dazu führen, dass innovative Antriebstechnologien genutzt und gefördert werden.“ Viel Zeit bleibe allerdings nicht: Um im Jahr 2050 auf hoher See emissionsfrei unterwegs zu sein, müssten 2030 kommerziell nutzbare Schiffe angeboten werden. „Damit diese Schiffe einsetzbar sind, sollte bereits in den kommenden drei Jahren die Planung abgeschlossen sein“, so Chatterjee. Einen globalen Ausbau der sogenannten e-Fuel-Produktion werde es aber wohl nur geben, wenn es zu einer CO2-Bepreisung komme. 

Eine Einschätzung, die auch Anja Weisgerber, Klimaschutz-Beauftragte der Unionsfraktion, teilt: „Der CO2-Ausstoß im internationalen Schiffsverkehr entspricht in etwa dem CO2-Ausstoß Deutschlands. Das heißt: Wenn wir für diese Branche gute Lösungen finden, können wir viel für das Klima gewinnen.“ Innovationen für die maritime Wirtschaft voranzutreiben, liegt nach Einschätzung der CSU-Politikerin aus volkswirtschaftlicher Sicht ohnehin im deutschen Interesse: „Bei einem jährlichen Umsatz von etwa 50 Milliarden Euro ist die Schifffahrt eine bedeutsame Säule unserer Wirtschaft.“