Skip to main content

Empfohlener Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen Inhalt von einem Drittanbieter. Bitte bestätigen Sie, dass Sie den fremden Inhalt ansehen wollen und mit der Übermittlung von personenbezogenen Daten an die Drittplattform einverstanden sind.

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Patricia Lips: Das Rettungs- und Zukunftspaket aus dem Kulturbereich baut Brücken in die Zukunft

Rede in der Generaldebatte Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt zum Einzelplan 04

Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen! Jedes Jahr bringt ein Musikverein zauberhafte Märchen auf die Bühne. Unzählige Kinder mit ihren Eltern und Großeltern füllen den Saal, dicht an dicht. In diesem Jahr ist das leider nicht möglich oder, wenn überhaupt, nur sehr reduziert durch Abstandsgebote, steril, Atmosphäre: gleich null. Die Mitglieder machen sich dennoch auf den Weg. Die Aufführung wird digital. Die Familien sitzen nun in den Kinder- oder Wohnzimmern. Eintrittskarten kann der Verein damit leider keine verkaufen. Er fand jedoch Sponsoren sowie viele kleine und große Spender.

Nicht jeder Verein oder jede andere kulturelle Einrichtung kann dies so umsetzen; ganz klar. Oder die Vereine und Einrichtungen gehen andere Wege; sie müssen andere Wege gehen. Aber warum nenne ich dann dennoch dieses kleine, aber sicher typische Beispiel? Es zeigt zum einen die innovative Kraft, die auch in schwierigen Zeiten in unseren Kulturschaffenden steckt, ob groß oder klein, ob haupt- oder ehrenamtlich.

(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)

Zum anderen: Gerade wenn räumliche Distanz geboten ist, braucht es auch diese Angebote, die zwar auf den ersten Blick vielleicht nicht überlebensnotwendig sind, aber unsere Gesellschaft im Innersten maßgeblich zusammenhalten.

(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)

Dabei gilt: Ob Theater oder Kino, ob Musikszene, Tanz oder Museum, bis heute sind die Herausforderungen gerade in diesem Bereich enorm; viele haben es erwähnt. Viele innovative Ideen sind zwar entstanden, bauliche Umgestaltungen wurden vorgenommen, Hygienekonzepte entwickelt; manches bleibt vielleicht sogar über den Tag hinaus. Aber am Ende ist es auch immer noch so, dass manche Angebote bis heute nicht möglich sind. Nicht immer gelingt es, alternative Darstellungsformen zu entwickeln. Und in der Tat: Nicht immer findet der Soloselbstständige seine Bühne und sein Publikum.

Aber gerade deshalb möchte ich auch noch einmal diese 1 Milliarde Euro, dieses Rettungs- und Zukunftspaket aus dem Kulturbereich, ausdrücklich erwähnen. Das ist keine Kleinigkeit. Das sind 50 Prozent des Gesamtetats aus dem Bereich Kultur. Ich möchte Monika Grütters und ihrem Team wirklich ausdrücklich für dieses Paket danken, das Brücken in die Zukunft baut.

(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)

Aber auch das vorliegende Zahlenwerk für das kommende Jahr in Höhe von bisher knapp 2 Milliarden Euro bietet eine stabile Grundlage seitens des Bundes dafür, das Engagement vieler Menschen und Einrichtungen über den Tag hinaus zu unterstützen. Es zeigt sich in Kooperation mit den Ländern. Das ist auch diesmal ein Potenzial für einen echten Mehrwert für unser Land.

Ob Hauptstadtkultur oder die Unterstützung unserer vielen kleinen Heimatmuseen, ob Erinnerungskultur oder die Medien-, Kino- und Filmwirtschaft: Unzählige mehr könnte man nennen. Dabei gilt eines – das sage ich ausdrücklich –: Kultur und Freiheit, Moderne und Toleranz. Das sind immer die beiden Seiten derselben Medaille, und dafür bin ich dankbar.

(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)

Sie verdienen unsere Unterstützung, nach der heutigen Debatte vielleicht wieder einmal mehr denn je.

Kolleginnen und Kollegen, vor uns liegen Wochen engagierter Beratungen. Ganz sicher werden weitere Akzente zu den bisherigen Vorlagen hinzukommen. Ich selbst freue mich darauf.

Vielen Dank.

(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)