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(Quelle: picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)
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Der Wandel zur E-Mobilität wird sichtbar

Autogipfel stellt Weichen für die Zukunft

Der Wandel auf den Straßen wird sichtbar. Die Kaufprämie trägt offenbar dazu bei, dass die Zulassungszahlen für Elektroautos und Plug-in-Hybride sprunghaft steigen. Dieser Trend soll nun mit den jüngsten Beschlüssen des Autogipfels verstärkt werden. 

„Mit der Verlängerung der E-Auto-Förderung wird der Anreiz zum Kauf eines Elektroautos bis 2025 verstetigt. Der Umweltbonus ist schon jetzt ein Renner. Das Flottenerneuerungsprogramm für Lkw sorgt für ein schnelles Upgrade auf modernste Technik. Das ist Klimaschutz und Konjunkturspritze in einem“, sagt der Stellvertretenden Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ulrich Lange. Gemeinsam mit der Zusage der Automobilindustrie werden bis Ende nächsten Jahres mehr als 70.000 Ladepunkte öffentlich zugänglich sein. „Die beschlossenen Maßnahmen sind Kernbausteine, um die Klimaziele im Mobilitätsbereich zu erreichen“, hebt Lange hervor.

5 Milliarden Euro für den Wandel

Ähnlich äußert sich der wirtschaftspolitische Sprecher Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer: „Die Automobilwirtschaft zeigt nach starken Absatzeinbrüchen in der ersten Jahreshälfte wieder Anzeichen der Erholung. Die ergriffenen Maßnahmen wie das Konjunkturpaket und das verlängerte Kurzarbeitergeld haben hier ihren Beitrag geleistet. Auch die in der Pandemie geschaffene Liquiditäts- und Eigenkapitalinstrumente unterstützen die Automobilwirtschaft.“

Klar sei aber auch, dass die Pandemie ein Beschleuniger des langfristigen Umbruchs der Branche ist. Deutschlandweit seien durch die Digitalisierung und Elektrifizierung Hunderttausende Arbeitsplätze betroffen. „Mit dem Gipfel sendet die Politik ein deutliches Signal: Rund 5 Milliarden Euro stellt die Bundesregierung für die Automobilindustrie zur Verfügung, um den Strukturwandel aktiv zu gestalten und Wertschöpfungsketten zu stärken“, so Pfeiffer.

2,5 Millionen Jobs

Bereits im Frühsommer hatte die Bundesregierung weitreichende Hilfen für die deutsche Kernbranche beschlossen. So wurde die Kaufprämie für Elektro- und Hybrid-Autos verdoppelt und ein Fonds mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro für die Zulieferbranche beschlossen. Pfeiffer skizziert im Nachgang des Autogipfels noch einmal die Bedeutung der Pkw- und Lkw-Industrie: In dieser Branche sind in Deutschland mehr als 2,5 Millionen Arbeitnehmer tätig. Insgesamt würden diese Unternehmen in den nächsten Jahren etwa 150 Milliarden Euro in klimafreundliche Antriebe und Digitalisierung investieren.

Ressourcen bündeln

„Wichtig und richtig ist auch, dass die Zulieferindustrie unterstützt wird“, erläutert der Wirtschaftsexperte Pfeiffer. Bereits mit dem Konjunkturpaket wurden zwei Milliarden Euro für innovativen Fahrzeugbau zur Verfügung gestellt. Mit dem Zukunftsfonds Automobilindustrie werden die finanziellen Mittel um eine Milliarde Euro aufgestockt. Ziel ist es, insbesondere auch kleine und mittlere Unternehmen bei der Umstellung ihrer Produktionsprozesse und der Erforschung und Entwicklung von Zukunftstechnologien zu unterstützen. Dafür sind Innovationscluster vorgesehen, in denen Unternehmen ihre Ressourcen bündeln, Wissen und Erfahrung austauschen und Reallabore zur gemeinschaftlichen Nutzung aufbauen.

So steht für die Unionsfraktion fest: Die Automobilwirtschaft ist und bleibt das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Umso wichtiger ist es, dass mit den nunmehr beschlossenen Maßnahmen der gesamten Branche eine Brücke in die Zukunft gebaut wird.