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Andreas Steier: Wir müssen hohe Sicherheitsstandards gewährleisten

Einsetzung einer Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Potenziale“

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren auf den Zuschauerrängen! Als letzter Redner will ich von meiner beruflichen Erfahrung berichten und so zur Diskussion über dieses Thema beitragen. Ich habe 20 Jahre in Luxemburg gearbeitet; das Thema „Künstliche Intelligenz“ ist ja kein neues Thema. Wir haben bei der Entwicklung von Fahrassistenzsystemen schon vielfach künstliche Intelligenz verwendet. Die wissenschaftliche Expertise bei der Entwicklung vor Ort stammt vom DFKI in Saarbrücken, von der Universität in Trier und von der Universität in Luxemburg. Der Transfer in die Wirtschaft findet vor Ort statt. Das heißt, eine europäische Zusammenarbeit ist in diesem konkreten Fall keine Zukunftsvision, sondern sie findet vor Ort schon statt.

(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. René Röspel [SPD])

Die Aufgabe der Politik ist es nun, einen Rahmen für diese Entwicklung zu setzen. Wir müssen dafür sorgen – das ist in der Diskussion vielfach angeklungen –, dass eine gute Datenspeicherung und ‑verarbeitung sichergestellt werden. Denn die Daten sind das Wichtigste für die Entwicklung neuer Prozesse in der künstlichen Intelligenz.

Hierzu will ich den Blick ein bisschen auf den Wettbewerb in der Welt richten. In den USA gibt es sehr viele Consumer-Daten. Die USA haben einen sehr starken Unternehmergeist, der die Entwicklung neuer Start-ups vorantreiben kann. Und in China gibt es eine Datenethik, die nicht der unseren entspricht. Hier müssen wir uns auf unsere Stärken konzentrieren und sie gezielt vorantreiben.

Ich will an dieser Stelle eine Sache erwähnen: Wir haben auf dem Weltmarkt immer mit Qualität überzeugt. Der „German Engineer“ – das weiß ich aus meiner Erfahrung – ist in der Welt auch heute noch immer sehr geschätzt. Nun gilt es, diese Qualität voranzutreiben und im Wettbewerb unter dem großen Konkurrenzdruck mit dieser Qualität zu überzeugen und zu bestehen. Wir müssen aber auch hohe Sicherheitsstandards in der Entwicklung der künstlichen Intelligenz gewährleisten. Denn mit Sicherheit können wir überzeugen, und das gilt es in der Debatte voranzutreiben.

Wir müssen zusätzlich der Bevölkerung die Ängste nehmen. Das können wir erreichen, indem wir den Leuten erklären, wofür künstliche Intelligenz steht und welche Vorteile und welchen Nutzen wir daraus ziehen können. Ich möchte dabei ganz besonders daran erinnern, dass wir gerade durch neue, schnellere Algorithmen neue Erkenntnisse gewinnen können. Als Ingenieur weiß ich, dass wir da einen großen Fortschritt erzielen können.

Aber wir müssen auch auf bewährte Systeme zurückgreifen. Mit Blick auf die ethische Diskussion möchte ich Oswald von Nell-Breuning aus Trier erwähnen, der in der katholischen Soziallehre immer den Menschen in den Mittelpunkt gestellt hat. Und aus der Eigenverantwortung und der Verantwortung für den Nächsten entwickelt sich auch das Prinzip der Subsidiarität. Dieses Prinzip, dass die künstliche Intelligenz dem Menschen dienen muss, sollten wir auch in der digitalen Diskussion voranstellen. Und wir sollten dafür sorgen, dass wir in der Debatte in der Enquete-Kommission diesen Rahmen setzen bzw. diesem Leitbild folgen: Der Mensch steht im Mittelpunkt, und die künstliche Intelligenz hat dem Menschen zu dienen.

Vielen Dank.

(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)