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Gitta Connemann: "Wir brauchen einen Wandel in den Köpfen"

Rede zur Digitalisierung in der Landwirtschaft

Lassen Sie uns über Zukunft reden! Wir schreiben das Jahr 2030; es ist ein Freitagnachmittag wie heute. Ab in die Bahn nach Hause! Der Zug schwebt lautlos durch die Landschaft. Fahrerlose Traktoren ziehen ihre Bahnen. Drohnen fliegen über den Feldern – Hightechpflanzenschutz aus der Luft, für öko wie konventionell. Damit konnte die Landwirtschaft den Einsatz von Herbiziden und Fungiziden noch einmal so richtig reduzieren. Selbst Bahn und Kleingärtner ziehen langsam nach.

Auf dem iPhone 18 poppt ein Artikel auf. Der Titel: „Tierwohl – eine deutsche Erfolgsgeschichte“. Der Journalist staunt über den Mentalitätswandel im Land: Früher hätten die Deutschen die Frage des Tierwohls nur an der Masse festgemacht. Dann hätten sie verstanden, dass es nicht nur auf die Größe des Stalls ankommt, sondern auch auf die Ausstattung. – Im Jahr 2030 sind smarte Automaten und Robotoren in Ställen Standard.

Zukunftsvision? Nein. Das zeigt uns die laufende Agritechnica. Das zeigen uns aber auch viele Betriebe in unserem Land, wo digitale Anwendungen heute schon Realität sind. Die Digitalisierung bietet Chancen, auch bei der Auflösung von Zielkonflikten, vor denen unsere Landwirtschaft immer wieder steht. Immer knappere Fläche, immer weniger Instrumente wie Düngung oder Pflanzenschutz, immer höhere Standards und dafür keinen Cent mehr – das ist ein Spagat. Dieser kann mit Digitalisierung gelingen; denn diese steht für Effizienz, für Präzision, für Sicherheit – übrigens zum Wohle von Mensch, Tier und Natur.

(Beifall bei der CDU/CSU)

Doch Landwirtschaft 4.0 kommt nicht von allein. Dafür tun wir etwas. Das beginnt bei den Rahmenbedingungen. Mit dem Geodatenzugangsgesetz hat der Bund seine Hausaufgaben für die Nutzung von nationalen Klima-, Wetter- und Bodendaten gemacht. Jetzt müssen allerdings auch die Länder nachziehen.

Dazu gehört die Finanzierung. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat ein Bundesprogramm Digitalisierung in der Landwirtschaft aufgelegt, und es fließen Abermillionen in digitale Experimentierfelder wie zum Beispiel DigiMilch oder Landnetz. Dafür einen herzlichen Dank an unsere Bundesministerin Julia Klöckner!

(Beifall bei der CDU/CSU)

Mit dem jetzt, Sonntag, lieber Ralph Brinkhaus, auf Betreiben der CDU/CSU geplanten Beteiligungsfonds stellen wir Milliarden für digitale Start-ups zur Verfügung, auch und gerade auf dem Land.

(Beifall bei der CDU/CSU)

Zum Rahmen gehört aber auch der Breitbandausbau. Seit Jahren stellt der Bund dafür Milliarden zur Verfügung. Wir, auch als CDU/CSU-Bundestagsfraktion, nehmen immer wieder die Bundesnetzagentur in die Pflicht; denn der letzte weiße Fleck muss weg. Deswegen setzen wir uns zum Beispiel auch mit Projekten wie One Fiber unter Nutzung der Infrastruktur der Deutschen Bahn auseinander.

Liebe FDP, wenn es um solche Details, um wichtige Fragen der Umsetzung geht, steht in Ihrem Antrag – nichts, kein Wort, übrigens auch nicht zu digitaler Aus-, Fort- oder Weiterbildung. Auch das Thema Europa wird komplett ausgeblendet. Dabei kennen Daten keine Grenzen. Mit solchen Details geben Sie sich nicht ab. Aber genau darum geht es, wie zum Beispiel beim Datenschutz. Mit seiner Arbeit sammelt der digitalisierte Hof Daten. Sie sind seine digitalen Früchte mit einem hohen Wert. Ich sage für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Dieses Eigentum des Landwirts darf nicht angezapft werden,

(Beifall bei der CDU/CSU)

auch nicht vom Staat. Automatische Datentransfers darf es immer nur mit Zustimmung geben. Landwirte haben ein Recht auf Datenschutz wie jeder Bürger und wie jeder andere Betrieb in diesem Land.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

Ich sprach über die Zukunft. Für diese brauchen wir aber zwingend eins: Wir brauchen einen Wandel in den Köpfen. Viele wünschen sich immer noch eine Landwirtschaft nach dem Vorbild von Bullerbü. Aber zur Wahrheit gehört: Dieses Bullerbü steht für dunkle Ställe und mittelalterliche Arbeitsbedingungen, und das für bestausgebildete Fachleute und Akademiker. Genau das sind unsere Landwirte von heute.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

Wir alle müssen anerkennen: Landwirtschaft ist Wirtschaft. Höchstleistungen sind nicht mit Almromantik zu haben, sondern nur mit höchster Kompetenz, bester Landtechnik, modernster Pflanzenzüchtung und modernstem Pflanzenschutz. Wer hier A sagt, muss auch B sagen. Alles andere ist unehrlich. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion sagt A und B, und deshalb bekennen wir uns zu den Chancen der Digitalisierung in der Landwirtschaft.

Vizepräsidentin Petra Pau:

Kollegin.

 

Gitta Connemann (CDU/CSU):

Stimmen Sie unserem Antrag zu.

(Beifall bei der CDU/CSU)