Rede


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Artur Auernhammer: Unsere Schweinehalter brauchen eine Zukunftsperspektive

Redebeitrag in der aktuellen Stunde zu den Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest

Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Landesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, jetzt ist sie da, die Afrikanische Schweinepest. Ich will ganz deutlich sagen: Wir waren nicht unvorbereitet. Wir haben Arbeitsgruppen gehabt, und wir haben Riesenstäbe in den Ministerien: im Bundesministerium und in den Landesministerien. Wir haben auch in den Kommunen die Übungen durchgezogen. Wir haben Arbeitspläne erstellt; wir haben uns darauf vorbereitet.

Ich kann mich an keine Kreisversammlung der Jägerschaft bei mir im Wahlkreis erinnern, wo nicht das Thema „Afrikanische Schweinepest“ auf der Tagesordnung stand. Wir haben uns vorbereitet. Jetzt ist sie da, und unsere Schweinebäuerinnen und ‑bauern sind trotzdem schockiert, weil sie da ist.

Mein Kreisobmann, selbst Schweinehalter, hat mir in den letzten Tagen Folgendes gesagt: Die Frage für uns Schweinehalter ist jetzt nicht mehr: Welche Methode der Kastration verwenden wir in Zukunft? Die Frage ist nicht mehr: Wie baue ich meinen Kastenstand um? Die Frage gerade für viele kleinbäuerliche Schweinehalter lautet vielmehr: Halte ich in Zukunft noch Schweine? Dass sie es nicht mehr tun, das müssen wir verhindern. Unsere Schweinehalter brauchen eine Zukunftsperspektive.

(Beifall bei der CDU/CSU)

Wir haben im Jagdrecht schon viel in die Wege geleitet. Wir haben die Nachtzieltechnik eingeführt. Wir haben die Jäger motiviert, rauszugehen, zum Beispiel mit einer Rüsselprämie. Andere Länder zahlen andere Prämien. Das ist ein guter Weg, und da müssen wir weitermachen.

Aber es muss auch eine Wertschöpfung für dieses Wildschwein, für dieses Wildbret sein, und dieser Preis ist leider zurzeit auch eingebrochen.

Wir haben jetzt viel über die Wildschweine, über die Jagd geredet; aber den Eintragsweg mit vier Rädern dürfen wir nicht außer Acht lassen. Wir müssen hier in Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrsministerium unsere Autobahnen, unsere Fernstraßen im Blick haben; wir müssen auch den internationalen Flugverkehr im Blick haben. Die Schweinepest kommt auch auf vier Rädern oder mit dem Flugzeug zu uns, und das sollte auch im Fokus sein.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, der Preissturz durch den weggefallenen Export nach China ist nachvollziehbar. Und ich bin stolz – ich sage das jetzt ganz bewusst – auf unsere Metzgerstrukturen. Das Metzgerhandwerk Bayern hat seine Mitgliedsbetriebe angeschrieben und seinen Metzgern empfohlen: Bitte senkt die Preise nicht; bleibt bitte bei einem Auszahlungspreis von 1,50 Euro plus eurem Zuschlag und macht diesen Preissturz, der jetzt gekommen ist, nicht mit. – Da habe ich allen Respekt vor unserer Metzgereistruktur.

(Beifall bei der CDU/CSU)

Lieber Kollege Spiering, vielen Dank auch für die Worte zu uns Richtung Süden und unserer Struktur. Ich bin hier zuversichtlich, dass wir, was das Thema Arbeitsschutzkontrollgesetz anbelangt, gerade auch für die Metzgereibetriebe eine vernünftige und tragbare Lösung hinbekommen. Denn diese Struktur zu erhalten, das muss uns allen wichtig sein.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir haben in Europa Mitgliedstaaten, die vielleicht organisatorisch nicht so aufgestellt sind wie die Bundesrepublik Deutschland. Aber die hatten auch schon die Afrikanische Schweinepest, und sie haben sie besiegt: Sie sind wieder auf den Märkten vertreten. Und das sollte auch für uns Motivation sein, dass wir auch in Deutschland diese Krise in den Griff bekommen, dass wir in erster Linie jetzt verhindern, dass die ASP in den Hausschweinebestand eindringt, aber dass wir auch unsere Märkte wieder in geregelte Bahnen lenken.

Eins muss man auch merken: Die Chinesen brauchen immer Schweinefleisch, egal ob es aus Deutschland kommt, aus Spanien oder den USA. Es werden sich die Warenströme etwas verändern. Und deshalb zum Schluss noch etwas Positives für die Zukunft unserer Schweinehaltung: Die Schweinehalter wissen, dass Preise in den Keller stürzen, und sie wissen auch: Sie gehen wieder nach oben. – Ich wünsche den deutschen Schweinehaltern, dass auch diese Preise wieder nach oben gehen.

Vielen Dank.

(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)