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(Quelle: picture alliance / dpa)
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Staatsdoping trübt Olympiafreude

Chancengleichheit und Glaubwürdigkeit in Gefahr

Mit einer bunten Show beginnen die XXXI. Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Der Dopingskandal in Russland und die inkonsequente IOC-Entscheidung würden allerdings die Freude über den Start der Spiele trüben, meint Eberhard Gienger, sportpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Die Olympischen Spiele sind ein besonderes Ereignis, das nunmehr seit 120 Jahren veranstaltet wird. Alle vier Jahre freuen sich Millionen von Menschen rund um den Globus auf eine spannende Wettkampfzeit. Auch dieses Mal werden mehr als 5000 Sportler an der Eröffnungsfeier im Maracana-Stadion beteiligt sein, unzählige Zuschauer sitzen vor ihren Fernsehgeräten. Ein Wermutstropfen: der Dopingskandal in Russland.

Systematisches Staatsdoping

Wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele hat die Welt Anti-Doping Agentur (WADA) Russland ein systematisches Staatsdoping attestiert. Das IOC hat sich dennoch gegen einen Komplettausschluss der russischen Mannschaft ausgesprochen. Mehr als 200 russische Athleten gehen in Rio an den Start. „Der Dopingskandal in Russland und die inkonsequente IOC-Entscheidung trüben die Freude über den Start der Spiele“, bedauert Sportpolitiker Gienger.

Komplettausschluss Russlands wäre konsequent gewesen

Die Chancengleichheit der Athleten sei zumindest fraglich, was die Glaubwürdigkeit der gesamten Spiele in Gefahr bringe, so Gienger. Er fordert: „In Folge des von der WADA festgestellten Staatsdopings in Russland hätte ein nahezu Komplettausschluss folgen müssen. Die finale Entscheidung über eine Teilnahme hat das IOC den internationalen Sportfachverbänden zugeschoben.“ Damit würden die Amtsträger beim IOC ihrer Verantwortung gegenüber den sauberen Athleten nicht ausreichend gerecht.

Olympische Bewegung steht vor Scheideweg

Gienger, als ehemaliger Kunstturner selbst Teilnehmer der olympischen Spiele, mahnt: „Die Olympische Bewegung steht vor dem Sportgroßereignis in Rio vor dem Scheideweg: Es gilt die Integrität des Sports künftig konsequenter zu schützen oder die Glaubwürdigkeit nimmt weiter Schaden.“ So gehörten fundamentale Strukturen des Weltsports auf den Prüfstand. Bei Dopingfragen müssten künftig die WADA und der Internationale Sportgerichtshof (CAS) letztlich über eine Teilnahme bei den Spielen bestimmen und nicht das IOC, lauten seine Forderungen. „Hinweisgeber, die Missstände im Sport aufdecken, müssen geschützt und eingebunden werden.“

Hinweisgerbern wird Starterlaubnis in Rio verwehrt

Kurz vor den Spielen hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Entscheidung über eine Teilnahme der russischen Athleten den internationalen Sportfachverbänden zugeschoben. In Schnellverfahren haben die meisten Fachverbände einer Teilnahme der Athleten zugestimmt. Den Hinweisgebern Witali und Julija Stepanowa, die den Missbrauch in Russland aufgedeckt haben, wurde eine Starterlaubnis in Rio vom IOC verwehrt.