Skip to main content

Empfohlener Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen Inhalt von einem Drittanbieter. Bitte bestätigen Sie, dass Sie den fremden Inhalt ansehen wollen und mit der Übermittlung von personenbezogenen Daten an die Drittplattform einverstanden sind.

Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Nadine Schön: Wir sehen die Stiftung als eine Plattform

Rede zur Errichtung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Grundlage unseres christdemokratischen Wertesystems ist die katholische Soziallehre. Sie beruht auf den Prinzipien Personalität, Solidarität, Subsidiarität und Gemeinwohl.

(Grigorios Aggelidis [FDP]: Und Wahrheitsliebe!)

„Baugesetze der Gesellschaft“ werden diese Prinzipien auch genannt. In kaum einem anderen Bereich kommen diese Baugesetze so stark und so konkret zutage wie im Ehrenamt.

In unserem Wertesystem sehen wir den einzelnen Menschen im Mittelpunkt, als individuelles Wesen mit Freiheit, Verantwortung und ganz individuellen Fähigkeiten. Dieses Individuum bringt sich in die Gemeinschaft ein, die von klein nach groß und von unten nach oben fähig ist, Probleme zu lösen und sich weiterzuentwickeln. Die Vielfalt der Fähigkeiten, die Solidarität und das Sich-Einbringen machen unsere Gesellschaft so reich und so menschlich.

Genau das sehen wir im Ehrenamt jeden Tag in ganz vielen Initiativen, Vereinen, Verbänden und Organisationen vor Ort.

(Beifall bei der CDU/CSU)

Viele Menschen bringen sich mit ihren Fähigkeiten zu Themen ein, die sie für richtig und wichtig halten und die nicht, wie die AfD meint, von oben vorgegeben werden. Da ist die Spielplatzinitiative. Da ist das Netzwerk von Freiwilligen. Da sind die Feuerwehrleute, die nachts aufstehen und morgens trotzdem ihre Kinder zur Schule bringen und arbeiten gehen. Da sind die Trainerinnen und Trainer in den Sportvereinen, die die Wochenenden auf dem Sportplatz oder in Sporthallen verbringen. Da sind Menschen, die sich für die Kleiderbörsen, für Menschen vor Ort, für alte Menschen, für Senioren, engagieren. Die Vielfalt des ehrenamtlichen Engagements in unserem Land ist unglaublich. Sie bereichert unsere Gesellschaft.

Das Ehrenamt, vor allen Dingen das Ehrenamt in Vereinen und Verbänden, von Menschen, die sich über einen längeren Zeitraum hinweg engagieren, wollen wir mit dieser Stiftung stärken.

(Beifall bei der CDU/CSU)

Unsere Aufgabe, die Aufgabe des Staates, ist es nämlich, die Menschen zu befähigen, sich einzubringen, und die Vielfalt zu stärken und zu unterstützen. Mit der Stiftung für Ehrenamt und Engagement tun wir genau das. Wir sehen die Stiftung als eine Plattform, die die guten Dinge, die es überall in unserem Land gibt, transparent und für andere zugänglich macht. Der eine kann vom anderen lernen. Das Dach ist die Stiftung.

Mit der Stiftung wollen wir das, was es noch nicht genügend gibt, weiterentwickeln. Wir wollen Ehrenamtliche dabei unterstützen, neue Herausforderungen anzugehen. Die Digitalisierung birgt so viele Chancen für das Ehrenamt. Diese können gemeinsam unter diesem Dach in der Vielfalt der vielen verschiedenen Initiativen vor Ort entwickelt werden. Wir sehen sie als Treiber, die Neues auf den Weg bringt.

Es wurde gelegentlich kritisiert, wir würden Doppelstrukturen schaffen.

(Grigorios Aggelidis [FDP]: Sie schmeißen Geld aus dem Fenster! Noch schlimmer!)

Gerade im Gesetz haben wir noch mal herausgestellt, dass wir keine Doppelstrukturen schaffen wollen. Wir wollen das, was da ist, für alle zugänglich machen. Wir wollen das, was fehlt, ergänzen. Wir wollen eine Plattform, die die Vielfalt der Ideen, der Möglichkeiten und Lösungen abrufbar macht. Wir wollen, dass das, was noch nicht da ist, entwickelt werden kann.

Niemand wird behaupten können, dass die Ehrenamtler heute sagen, dass vor Ort schon alles gut ist, dass sie tolle Unterstützung und Hilfe in egal welchem Bereich haben. Da sind neue Herausforderungen wie die Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs, der die Vereine, die Ehrenamtlichen wirklich vor Herausforderungen stellt. Hier können wir sie nicht alleinlassen. Da ist die Digitalisierung, die tolle Chancen für Vereinsmanagement, für Mitgliedergewinnung oder für den Umgang mit Regulierung bietet. Auch hier kann die Stiftung unterstützen, Neues auf den Weg bringen.

Wir wollen mit der Stiftung Vielfalt stärken und nicht bekämpfen, wie es in der Rede zuvor ausgedrückt worden ist. Wir sehen in unserem Wertesystem den einzelnen Menschen mit seinen Ideen, seinen Fähigkeiten und jeder einzelnen Initiative im Mittelpunkt. Diese Fähigkeiten wollen wir allen zugänglich machen. Das soll die Stiftung leisten. Deshalb sind wir stolz, dass wir sie heute gemeinsam auf den Weg bringen.

(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)