Das Bild zeigt den Hinterkopf eines dunkelhaarigen Mannes, der eine blau-weiße Kippa trägt. Er steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

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(Quelle: picture alliance/ dpa)
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Gegen Antisemitismus: Berlin trägt Kippa

Solidaritätskundgebung gegen Antisemitismus

Nach dem gewalttätigen Übergriff auf zwei Kippa tragende Männer in Berlin-Prenzlauer Berg finden in mehreren deutschen Städten Solidaritätsaktionen statt. Die Teilnehmer der Kundgebungen werden als Zeichen der Solidarität die traditionelle jüdische Kopfbedeckung Kippa tragen. In Berlin findet die Veranstaltung unter dem Motto „Berlin trägt Kippa“ statt, auch der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder wird dabei sein.

Vor etwa 1.000 Teilnehmern, die am Abend am jüdischen Gemeindezentrum in der Fasanenstraße erwartet werden, wird der Unions-Fraktionschef deutlich machen, dass Antisemitismus keinen Platz in Deutschland hat.

Lehrer im Umgang mit Antisemitismus schulen

Er betonte bereits zuvor, dass alles getan werden müsse, um derartigen Übergriffen Einhalt zu gebieten. In diesem Zusammenhang müssten sich auch Schulen künftig viel stärker als bisher mit dem Thema Rassismus und Antisemitismus beschäftigen. „Wir müssen die Lehrer hier ertüchtigen und auch Lehrmaterialien zur Verfügung stellen“, so der Unions-Fraktionschef.

Holocaust-Überlebende unterstützen die Aktion

Überlebende des Holocaust im Internationalen Auschwitz Komitee begrüßten die geplanten Aktionen gegen Antisemitismus in Deutschland. Allerdings dürften die „Kippa-Demonstrationen“ nur ein Anfang sein.

Antisemitismus mit aller Konsequenz bekämpfen

Auch die Unionsfraktion hat bereits mehrfach deutlich gemacht, dass Antisemitismus mit aller Konsequenz des Rechtsstaates bekämpft werden müsse. Zudem soll künftig noch stärker in der politischen Bildungs- sowie der Integrationsarbeit auf Vorbeugung hingewirkt werden. Auch deshalb ist es so wichtig, dass Deutschland jetzt mit Felix Klein einen Beauftragten für das jüdische Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus hat.

Bessere Kontrolle von Moscheen

Im Kampf gegen Judenhass fordert Volker Kauder außerdem eine bessere Kontrolle von Moscheen. Noch immer werde in muslimischen Gotteshäusern zum Freitagsgebet auf die Situation im Nahen Osten hingewiesen, und es werde über Juden entsprechend geredet, sagte er in einem Statement. Kauder begrüßte, dass sich muslimische Verbände gegen Antisemitismus zu Wort gemeldet hätten. Man werde jetzt einmal sehen, ob sie "die Sache in den Griff kriegen".

Deutschland trägt besondere Verantwortung

Denn: Auch 70 Jahre nach seiner Staatsgründung trägt Deutschland eine besondere Verantwortung nicht nur für das Existenzrecht und die Sicherheit Israels, sondern auch für in Deutschland lebende Juden. Das betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich des Staatsjubiläums und sagte dem Land weiter den entschlossenen Kampf gegen Judenhass zu. „Wir wenden uns entschlossen gegen Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen“, schrieb sie in der Jüdischen Allgemeinen.