28 Jahre Deutsche Einheit

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(Quelle: picture alliance/ dpa)
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28 Jahre Deutsche Einheit

Am 3. Oktober feiern wir 28 Jahre Deutsche Einheit. Eine Einheit, die ein Glücksfall ist für alle Menschen in Deutschland. „Immer noch ein Wunder“, sagt Fraktionschef Brinkhaus. Er weist aber auch auf Defizite hin - wirtschaftliche wie soziale.

Das sehen auch die ostdeutschen Regierungschefs so. Vor allem fehle es an leistungsstarken und innovativen Großunternehmen, stellte etwa Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff erst kürzlich fest. 

Wiedervereinigung ist "einzigartiger Glücksfall der Geschichte"

Nichtsdestotrotz sehen Unionspolitiker die Wiedervereinigung als einzigartigen Glücksfall der Geschichte. Und so sollte sich jeder „auch an diesem Jahrestag der Deutschen Einheit darüber freuen, dass die Teilung unseres Vaterlands überwunden werden konnte“, so Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus. Den Fall der Mauer bezeichnet er „immer noch als ein Wunder“. 

Wirtschaftsleistung der Ost-Länder hat sich seit der Wiedervereinigung verdoppelt

Zudem sei Dank des Mutes, der Tatkraft und des Fleißes der Menschen in Ostdeutschland und einer gesamten nationalen Kraftanstrengung seit 1990 viel erreicht worden: Die Wirtschaftsleistung der ostdeutschen Länder hat sich seit der Wiedervereinigung verdoppelt. Die Einkommen sind gestiegen, die Arbeitslosigkeit ist auf einem vergleichbar niedrigen Niveau. 

Helmut Kohl hatte besondere Rolle

Unionsfraktionsvize Arnold Vaatz unterstreicht außerdem die besondere Rolle Helmut Kohls beim Einigungsprozess. Denn: „Dass wir heute ein Deutschland – und auch ein Europa – erleben dürfen, das in Frieden und Freiheit wiedervereinigt ist, verdanken wir aber auch in hohem Maße der Regierung Kohls“. Damit zielt Vaatz auf die Äußerungen verschiedenster Repräsentanten aus den politischen Führungsetagen der Bundesrepublik Deutschland in den 1980er Jahren ab, wo der „der Eindruck entstand, dass es im Jahr 1990 für einen Bundeskanzler leichter gewesen wäre, die deutsche Wiedervereinigung zu verhindern als sie zu verwirklichen.“

Wiedervereinigung war Einschnitt in vielen Biographien

Brinkhaus machte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa zum Tag der Deutschen Einheit auch deutlich, wie wichtig es ist, die Wiedervereinigung auch als Einschnitt in vielen Biographien zu begreifen. "Viele Ostdeutsche wurden nach 1990 nicht fair behandelt. In Deutschland wurde dies lange nicht genügend beachtet. Zu wenig wurde gesehen, dass die Menschen von Grund auf neu beginnen mussten. Zu wenig wurde gewürdigt, dass die Wiedervereinigung für viele Bürgerinnen und Bürger im Osten trotz der Freude über die Einheit eine Stunde null war", sagte er. Viele Menschen hätten so das Gefühl gehabt, ihre Biografie sei von einem Tag auf den anderen scheinbar nichts mehr wert gewesen. Brinkhaus wirbt daher für einen noch größeren Respekt vor den Lebensleistungen dieser Menschen. Gleichzeitig fordert der Unionsfraktionschef, die Geschichte des SED-Staats weiter aufzuarbeiten. Dies könne helfen, emotionale Wunden zu heilen. 

Einheit nicht gleichbedeutend mit Gleichheit

Ähnlich äußerte sich auch der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte. Er betonte, dass Einheit nicht Gleichheit bedeuten müsse. "Heute gilt mehr als je zuvor: Osten ist nicht gleich Osten, genauso wenig wie Westen gleich Westen ist". Deshalb solle man auch nicht den Anschein erwecken, als ginge es darum, dass alles überall gleich werden müsse.

Gute Lebensbedingungen sind das Ziel

Ziel der Bundesregierung sei es, "dass wir überall in Summe gute Lebensbedingungen haben", erklärte der CDU-Politiker. Dabei solle auch die kürzlich eingesetzte Kommission für gleichwertige Lebensverhältnisse helfen.

Realistischer Blick auf das Erreichte

Angesichts der guten wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre plädierte Hirte außerdem für einen aus seiner Sicht realistischen Blick auf das Erreichte: "Dass wir auch im Osten längst auf Augenhöhe mit vielen Regionen in Westeuropa liegen, ist keine  Selbstverständlichkeit", sagte er. "Wir haben allen Grund, stolz auf die letzten 28 Jahre zu blicken." Der 3. Oktober - der Tag der Deutschen Einheit - sei ein "Anlass für Freude und Dankbarkeit".