Medizin-Studienplätze aufstocken

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(Quelle: picture alliance | Zoonar | Robert Kneschke)
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Medizin-Studienplätze aufstocken

Rückendeckung für Unionsforderung

Die Forderung der Unionsfraktion nach Aufstockung der Medizin-Studienplätze um 5.000 ist auf positive Resonanz in der Ärzteschaft gestoßen. Ärztepräsident Klaus Reinhardt sprach von einem „starken Signal“ an die Bundesländer. 

Ärztepräsident spricht von starkem Signal

„Nur wenn wir bei der ärztlichen Nachwuchsförderung schnell und entschlossen handeln, können wir verhindern, dass uns die in wenigen Jahren zu erwartende Ruhestandswelle unter Ärztinnen und Ärzten kalt erwischt", sagte der Präsident der Bundesärztekammer im Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. Die Politik dürfe dieses Problem nicht länger beiseiteschieben.

Ausbildung unter Bedarf

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, hatte bereits festgestellt, dass die Ausbildung von Ärzten unter dem Bedarf bleibe. „Deshalb muss an der Stelle was geschehen“, sagte er am Mittwoch dem Sender RTL/ntv. Brinkhaus wies darauf hin, dass im Zuge der demographischen Entwicklung im nächsten Jahrzehnt zahlreiche Ärzte in den Ruhestand gingen. Die Corona-Pandemie habe aber gezeigt, wie wichtig ein funktionierendes Gesundheitssystem sei. 

Ärzte gehen scharenweise in Rente

Laut Statistik der Bundesärztekammer haben acht Prozent der berufstätigen Ärzte bereits das 65. Lebensjahr vollendet. Weitere zwölf Prozent seien zwischen 60 und 65 Jahre alt. „Jeder fünfte berufstätige Arzt wird also bald aus dem Berufsleben ausscheiden", sagte der Ärztepräsident der Neuen Osnabrücker Zeitung. Wenn man diese Ausfälle kompensieren wolle, gehe das „nur über ausreichend Studienplätze in der Humanmedizin“. Die geforderten 5.000 neuen Studienplätze seien „ambitioniert, aber machbar - zumindest dann, wenn alle Bundesländer mitziehen“.

Ärztemangel auf dem Land

Die Fraktionsspitze hatte auf ihrer Klausurtagung im Berliner Westhafen eine entsprechende Forderung in ihr Fünf-Punkte-Papier zur Sicherung des Wohlstands in Deutschland aufgenommen. In dem Papier heißt es: „Wenn man sich die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, neue Arbeitszeitmodelle und die alternde Gesellschaft vor Augen führt, wird klar, dass mehr Ärzte ausgebildet werden müssen.“ Der Ärztemangel sei besonders auf dem Land spürbar. „Zudem müssen wir bereits jetzt Vorsorge treffen für 2030, wenn die Ärztegeneration der Babyboomer in den Ruhestand geht.“