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(Quelle: Pixabay)
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Start der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“

Der digitale Wandel betrifft alle Menschen in nahezu jeder Lebenslage. Ein großes Feld dabei: Die Zukunft künstlicher Intelligenz. Um Handlungsempfehlungen im Umgang mit dieser Technologie zu erarbeiten, tagte jetzt erstmals die Bundestags-Enquete-Kommission zur Künstlichen Intelligenz. 

Wie wichtig das Thema ist, betont die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nadine Schön im Interview mit dem Deutschlandfunk. Laut Schön müsse man trotz der starken Konkurrenz aus China und den USA das Thema KI gerade in Deutschland weiter vorantreiben. „Es muss unser Anspruch sein, dass wir als Europäer bei der Entwicklung dieser Technologie vorne mitspielen“, so Schön. „Wenn wir das nicht gestalten, dann werden es andere gestalten“. 

Der Mensch im Mittelpunkt

Die Aufgabe der Enquete-Kommission sei es, schon heute Rahmenbedingungen zu setzen, „damit wir den Wandel schaffen“, der u.a. auf dem Arbeitsmarkt auf uns zukommt. „Unsere Maxime muss sein, dass der Mensch im Mittelpunkt steht“, so die Forderung der Digitalpolitikerin. 

Enquete-Kommission soll bis 2020 Abschlussbericht vorlegen

Die Enquete-Kommission hat nun den Auftrag, Handlungsempfehlungen zu formulieren und soll nach der parlamentarischen Sommerpause 2020 einen Abschlussbericht vorlegen. Bis dahin beraten 19 Mitglieder des Bundestages sowie 19 Sachverständige über das Zukunftsthema, darunter Wissenschaftler, Unternehmer aber auch Theologen und Vertreter von Sozialverbänden.

"Wir wollen ganz klar die Chancen in den Mittelpunkt stellen“

Ronja Kemmer, die Obfrau der Unionsfraktion in der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“, sieht KI ebenfalls als Schlüsseltechnologie der Zukunft. „Kein anderer Bereich bietet für unsere Wirtschaft in den nächsten Jahren ein solches Wachstumspotenzial“, erklärt Kemmer. Die KI-Technologie biete riesige Chancen für die Bewältigung großer Herausforderungen, werfe aber gleichzeitig grundlegende Fragen auf, die es nun gilt, zu beantworten. „Als CDU/CSU wollen wir ganz klar die Chancen in den Mittelpunkt stellen“, so Kemmer. 

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Wir müssen die Rahmenbedingungen definieren

Schön betonte außerdem die enorme wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Themas. Schon heute sorgt KI beispielsweise im Straßenverkehr für mehr Sicherheit. In Zukunft könne KI Alten- und Krankenpfleger bei ihrer Arbeit unterstützen oder in der Landwirtschaft für höhere Erträge sorgen. „KI ist zu einem der größten Treiber der Digitalisierung geworden und das weltweit“, so Schön. Doch vor allem in China spielen Persönlichkeitsrechte, ethische Aspekte und der Datenschutz kaum eine Rolle. „Umso wichtiger ist es, dass wir die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ethischen Rahmenbedingungen definieren.“ 

Nadine Schön und KI-Forscher Antonio Krüger bei Facebook-Live

Über den Einfluss von KI auf unsere Lebens- und Arbeitswelt und die Arbeit der neuen Enquete-Kommission haben wir außerdem mit Nadine Schön und KI-Forscher Prof. Antonio Krüger vom Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI) bei Facebook diskutiert. Hier geht es zum Video: