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Luftbrücke ist eine große menschliche und soldatische Leistung

Unionsfraktion dankt der Bundeswehr / Jetzt muss gerettet werden, was zu retten ist

Die Szenen, die sich in diesen Tagen und Stunden in Kabul abspielen, sind erschütternd. Der überraschende Einmarsch der Taliban wirft all die Abzugspläne über den Haufen, auf die sich Botschaftsmitarbeiter, Ortskräfte und Soldaten der internationalen Einsatzkräfte verlassen hatten.

„In dieser Situation müssen wir uns auf die Rettung konzentrieren“, sagt der Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Johann Wadephul. „Jetzt muss gerettet werden, was zu retten ist.“ 

Der Einsatz der Bundeswehrsoldaten, die jetzt Tag für Tag zwischen Kabul und der usbekischen Hauptstadt Taschkent pendeln, sei bewundernswert. Besondere Herausforderungen gebe es zudem für die Soldaten, die für die unmittelbare Sicherung des Flughafens in der afghanischen Hauptstadt mitverantwortlich sind. Für den Stellvertretenden Fraktionschef steht aber auch fest: "Wenn die Operation beendet sein wird, wird es die Zeit geben, politisch alle Ereignisse und die Entscheidungsabläufe rund um den deutschen Abzug und die Evakuierung zu hinterfragen."  

Dass die Rettung auch der Ortskräfte, die der Bundeswehr in den vergangenen Jahren zur Seite standen, wichtig ist, betont auch Henning Otte, verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Etwa 1900 Ortskräfte mit ihren Familien seien bereits in den vergangenen Wochen nach Deutschland in Sicherheit gebracht worden. „Es ist unsere Bundeswehr, die durch einen beherzten Einsatz mit dem Transportflugzeug A400M und den Fallschirmjägern vor Ort versucht, Leben zu retten. Unsere Soldatinnen und Soldaten haben in Afghanistan erreicht, dass von dort aus keine Terroranschläge bei uns in der westlichen Welt nach 9/11 verübt werden. Für Otte steht fest: „Unsere Sicherheitspolitik muss nachhaltig werden: Die Nato muss jetzt dringend eine selbstkritische Analyse vornehmen. Und die Europäische Union ist endlich aufgefordert, Verteidigungspolitik ernsthaft auf die Agenda zu setzen.“ 

Otte: Jetzt geht es allein um die Rettung von Menschenleben 

Der Verteidigungspolitiker verhehlt nicht, dass ihn in dieser schwierigen Lage vor allem das Verhalten der afghanischen Regierungstruppen umtreibt: „Wir müssen anerkennen, dass es zwischen den Regierungstruppen und der afghanischen Regierung offenbar keine Vertrauensbasis gab.“

Wenn Afghanistan nicht selbst die Kraft entwickele, sich gegen die Unterdrückung durch die Taliban zu wehren, könnten auch die internationalen Anstrengungen keinen Erfolg haben. 
War also alles umsonst? Otte antwortet mit einem klaren „Nein“: „Deutschland stand nach den Anschlägen des 11. September 2001 an der Seite unseres Nato-Verbündeten USA. Seitdem war Afghanistan kein Rückzugsort für Al-Quaida, den Islamischen Staat oder andere Terrorgruppen.“

Gleichwohl müssten das Geschehen und die falsche Lageeinschätzung vor Ort aufgearbeitet werden. „Jetzt ist aber nicht die Zeit für Analysen. Jetzt geht es allein um die Rettung von Menschenleben“, so Otte. 

Jürgen Hardt, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, beschreibt die Details der Evakuierungsmission: Ziel der ersten Landung sei es gewesen, deutsche Soldaten zur Sicherung und Koordinierung des Einsatzes nach Kabul zu bringen. Mit dem zweiten Flugzeug begann dann die eigentliche Evakuierung. „In enger internationaler Zusammenarbeit müssen nun diejenigen Personen, die evakuiert werden sollen, für den Ausflug aus Kabul vorbereitet werden. Dies betrifft deutsche Staatsbürger sowie gefährdete afghanische Mitarbeiter der Bundeswehr und von zivilen Hilfsorganisationen. Außerdem wird Deutschland nach Möglichkeit auch gefährdete Personen anderer Nationen ausfliegen.“ 

Hardt: Luftbrücke nach Möglichkeit ausweiten

Es müsse nun daran gearbeitet werden, die Luftbrücke in den kommenden Tagen zu erweitern. Ziel sei es, tatsächlich alle identifizierten Personen sicher aus Afghanistan herauszubringen.
Schon heute spreche die CDU/CSU–Bundestagsfraktion den Soldaten ihren Respekt und Dank aus, die mit dieser schwierigen und gefährlichen Aufgabe der Evakuierung aus Kabul betraut sind.

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