Michael Brand Vorsitzender der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Pressemitteilung


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Vorausschauende humanitäre Hilfe liegt im deutschen Interesse

Welttag der humanitären Hilfe am 19. August

Am morgigen Samstag, dem Welttag der humanitären Hilfe, werden die Prinzipien der internationalen humanitären Hilfe gewürdigt und es wird der Helfer gedacht, die im Rahmen ihrer Arbeit ihr Leben verloren haben. Dazu erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand:

"Nie waren weltweit mehr Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen als heute. Es sind über 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Rund doppelt so viele sind auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Immer neue, vor allem auch langandauernde Konflikte und humanitäre Krisen stellen die internationale Staatengemeinschaft vor große Herausforderungen. Der finanzielle Bedarf hat sich seit 2000 mehr als verzehnfacht.

Deutschland stellt sich seiner gewachsenen Verantwortung und hat u.a. im Zusammenhang mit dem Inferno in Syrien in den vergangenen vier Jahren 1,25 Milliarden Euro für fast 70 humanitäre Hilfsprojekte zur Versorgung der notleidenden Menschen im Land selbst und den Anrainerstaaten bereitgestellt. Dazu braucht es mehr Anstrengungen in der EU und international, um globale Risiken abzubauen. Das liegt besonders auch im deutschen Interesse. Niemand sollte unterschätzen, wie groß die Chancen sind, etwas zu bewirken, wenn die Ursachen für Armut, Perspektivlosigkeit und Flucht aktiv, rechtzeitig und mit den richtigen Mitteln bekämpft werden.

Wahr ist aber auch, dass humanitäre Hilfe nicht als Alibi taugen kann für die Unfähigkeit der Weltgemeinschaft, Krisen und Konflikte zu lösen. Die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Zugang zu Menschen, die die Hilfe am nötigsten brauchen, gehören heute zu den größten Herausforderungen.

Außerdem wäre es kurzsichtig, die ungelösten humanitären Krisen in anderen Weltregionen zu vergessen und nicht die notwendigen Ressourcen für zukünftige Herausforderungen bereitzustellen. Vor diesem Hintergrund haben wir die Haushaltsmittel für die humanitäre Hilfe in den vergangenen fünf Jahren verzehnfacht und erreichen in diesem Jahr 1,4 Milliarden Euro. Deutschland ist damit zweitgrößter bilateraler Geber weltweit.

In diesem Jahr bekräftigen die humanitären Partner am Welttag der humanitären Hilfe mit der Kampagne #NotATarget ihre Forderung an die politischen Entscheidungsträger, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Zivilbevölkerung in den militärischen Konflikten weltweit besser zu schützen.

Die zahlreichen Freiwilligen, die trotz der damit verbundenen Gefahren weltweit Menschen in Not helfen, zeigen Solidarität mit den Opfern von Krieg und Gewalt. Ihrem Mut und ihrem selbstlosen Einsatz gebührt unser besonderer Dank. So gedenken wir morgen auch der Helfer, die im Rahmen ihrer wichtigen Arbeit ihr Leben verloren haben. Seit Januar 2016 waren über 400 Helfer weltweit von Angriffen betroffen, 183 sind dabei ums Leben gekommen. Dies zeigt, dass sich die internationale Gemeinschaft auch noch stärker als bisher für einen ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe und einen besseren Schutz der Helfer in Krisenregionen einsetzen muss."

Hintergrund:

Am 19. August 2003 starben 22 Mitarbeiter der Vereinten Nationen (VN) bei einem Bombenanschlag auf das Hauptquartier der VN in Bagdad. Die Generalversammlung der VN erklärte in Erinnerung daran, den 19. August zum Welttag der humanitären Hilfe, um internationales humanitäres Engagement und seine Prinzipien zu würdigen. Er ist den Menschen gewidmet, die im Rahmen ihres humanitären Engagements weltweit ihr Leben verloren haben.