Trauer um Helmut Kohl

Thema des Tages


(Quelle: picture alliance/ dpa)
Teilen

Unionsfraktion trauert um Helmut Kohl

Kanzler der Einheit hat Geschichte geschrieben

Wegbereiter der Europäischen Union, Kanzler der Deutschen Einheit: Helmut Kohl ist im Alter von 87 Jahren gestorben. 16 Jahre regierte er die Bundesrepublik - länger als jeder andere Bundeskanzler. Die Unionsfraktion trauert um den Mann, der deutsche Geschichte geschrieben hat.

„Helmut Kohl war Wegbereiter der deutschen Einheit und hat auch die Einheit Europas entscheidend gefördert. Diese Leistungen können allenfalls mit denen des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer verglichen werden“, schreibt Unionsfraktionschef Volker Kauder in einem Nachruf auf Kohl. Und weiter: „Wir sind in Gedanken bei seiner Ehefrau und bei seinen Angehörigen. Auch in seinen letzten Lebensjahren war uns der Rat Helmut Kohls wichtig. Wir erinnern uns noch lebhaft an seinen letzten Besuch in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vor fünf Jahren. Dort war zu spüren, wie wichtig ihm die Bundestagsfraktion, die er über lange Jahre geführt und die er stets als seine Heimat betrachtet hatte, immer noch war.“

 

Bundeskanzlerin würdigt Kohl als "Glücksfall für uns Deutsche"

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte den verstorbenen Altkanzler als „Glücksfall für uns Deutsche“ und lobte die Verdienste Kohls um seine Partei. Er habe sie modernisiert. Als Pfälzer habe er immer seine Heimatliebe betont; auch deshalb habe er ein feines Gespür für die Geschichte und die Gefühle der europäischen Partner gehabt, so Merkel. Auch ihre persönliche Verbundenheit mit dem Wirken Kohls hob Merkel hervor: „Helmut Kohl hat auch meinen Lebensweg entscheidend verändert“, sagte sie.

 

Kohls Vermächtnis ist Mahnung an Europa

Volker Kauder betonte darüber hinaus, Helmut Kohls Vermächtnis und gleichzeitig Mahnung an die heutige Politik sei es, „dass wir uns auch in Zukunft für das einige Europa einsetzen müssen.“ 

 

Wiedervereinigung wird Rolle in der Geschichte prägen

Bundesinnenminister de Maizière sagte: „Mit Helmut Kohl ist ein Bundeskanzler von uns gegangen, der aus tiefer Überzeugung und dem Glauben an ein wiedervereinigtes Deutschland und Europa Großes für unser Land geleistet hat.“ Kohl habe es geschafft, nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und der Teilung Deutschlands Menschen und Familien wieder zusammenzuführen, die durch die Mauer getrennt gewesen seien. „Dies wird für immer seinen Platz in unserer Geschichte prägen“, so de Maizère.

Ebenso drückte Bundesfinanzminister Schäuble seine Trauer aus: 

 

Trauer und tiefe Dankbarkeit bei Abgeordneten

Trauer über den Tod Helmut Kohls und zugleich tiefe Dankbarkeit für sein Vermächtnis in Deutschland und Europa zeigten auch die Abgeordneten der Unionsfraktion in den Sozialen Netzwerken. Im Zusammenhang mit dem Gedenktag des 17. Juni erinnerten viele noch einmal an Kohls Rolle bei der Wiedervereinigung Deutschlands. Neben Bundeskanzlerin Merkel die sagte: „Ich verneige mich vor seinem Angedenken“, brachte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeld zum Ausdruck: „Unser Land hat Helmut Kohl unendlich viel zu verdanken.“

Auf Twitter drückte auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer, wie so viele seiner Kollegen seine Trauer aus.

 

Kondolenzbuch im Konrad-Adenauer-Haus

CDU-Generalsekretär Peter Tauber wies zudem auf ein im Konrad-Adenauer-Haus ausliegendes Kondolenzbuch für den Verstorbenen hin. Dort könne sich jeder, der möchte, von Kohl verabschieden.

 

Auch international viel Anteilnahme 

Wie aus Deutschland, so wird Kohl auch von internationaler Seite großer Respekt gezollt. Auf Deutsch twitterten etwa der französische Präsident Emanuel Macron und EU-Ratspräsident Donald Tusk. Beide machten Kohls Rolle als Europäer deutlich. „Mit Helmut Kohl verlieren wir einen sehr großen Europäer“, schrieb Macron. Tusk betonte zudem, Kohl sei ein Freund und ein Staatsmann gewesen, der geholfen habe, Europa wiederzuvereinen.