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Quelle: flickr.com/David Lisbona
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Kauder: Juden müssen sich sicher fühlen

Warnung des Zentralratspräsidenten ist Alarmsignal

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat dazu geraten, dass sich Juden in bestimmten Problemvierteln nicht als Angehörige der Religionsgemeinschaft zu erkennen geben sollen. Für Volker Kauder, dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ein alarmierendes Signal.

Schusters Warnung unterstreiche auf dramatische Weise, wie verunsichert sich die jüdischen Mitbürger in unserem Land mittlerweile fühlen. Gesellschaft und Staat müssten jetzt alles unternehmen, dass sich Juden in unserem Land wieder sicher fühlen können, so Kauder. Das Grundgesetz sichert jedem Menschen in Deutschland das Recht, seine Religion frei zu leben. Dazu gehört auch, dass die Gläubigen nach außen zu erkennen geben können, welcher Religionsgemeinschaft sie angehören. „Dies muss jeder in unserer Gesellschaft tolerieren“, fordert Volker Kauder. „Gerade in Deutschland muss aufgrund seiner Geschichte die Sensibilität in dieser Frage besonders hoch sein. In unserem Land müssen alle Bürger zusammenwirken, dass das jüdische Leben, das sich nach 1945 auf fast wunderbare Weise erneut entwickelt hat, nicht Schritt für Schritt immer mehr  bedroht wird. Wir alle haben eine einzigartige Verantwortung gegenüber unseren jüdischen Mitbürgern.“

Zentralrat der Juden besorgt

Schuster hatte sich in dieser Woche besorgt über den zunehmenden Antisemitismus in Deutschland geäußert. Die meisten jüdischen Einrichtungen seien gut gesichert. Auch sollten sich Juden nicht aus Angst verstecken. Andererseits könnte es in bestimmten Stadtvierteln durchaus angeraten sein, sich nicht mehr als Jude zu erkennen zu geben.

Schuster wird mit den Worten zitiert: „Ein Verstecken ist nicht der richtige Weg. Die Frage ist, ob es tatsächlich sinnvoll ist, sich in Problemvierteln, in Vierteln mit einem hohen muslimischen Anteil als Jude durch das Tragen der Kippa zu erkennen zu geben, oder ob man da besser eine andere Kopfbedeckung trägt..... Es ist eine Entwicklung, die ich so vor fünf Jahren nicht erwartet habe, und die schon auch ein wenig erschreckend ist.“

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) äußert  Verständnis für Schusters Sorgen. "Diese Ängste sind berechtigt", kommentiert Aiman Masyek Schusters Warnung.  Mazyek distanziert sich von Übergriffen muslimischer Jugendlicher auf Juden. "Richtig verstandener Islam sieht Antisemitismus und alle weiteren Formen des Rassismus als eine schwere Sünde an.“