Computertaste mit der Aufschrift Cyberattacke

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(Quelle: dpa/Chromorange)
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Hacker infiltrieren Netzwerk des Bundes

Kauder: Cyberangriff ist ein Alarmsignal

Volker Kauder hält den Hackerangriff aus des IT-Netz der Bundesbehörden für ein Alarmsignal. In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen warnte der Unionsfraktionsvorsitzende vor diesem „weiteren Versuch aus Russland, Unruhe in Deutschland zu stiften und letztlich das politische System zu destabilisieren.“

Deutschland solle sich keine Illusionen darüber machen, dass Russland schlicht und einfach daran gelegen ist, die Machtposition der Sowjetunion wiederzuerlangen - in Europa und der Welt, so Kauder. Für ihn steckt hinter der Attacke „eine nicht zu unterschätzenden Skrupellosigkeit“: „Jede Art der Einflussnahme und Maßnahmen scheinen Russland dabei recht zu sein, wie man ja auch bei der Präsidentschaftswahl in den USA gesehen hat“, sagte Kauder. „Dies muss allen in Europa bewusst sein, auch wenn das schmerzhaft ist“.

Schwierige Aufklärungarbeit

Schmerzhaft ist auch, dass durch die Veröffentlichung in den Medien, der Angreifer darüber informiert wurde, dass man ihm auf der Spur sei, sagte ein Vertreter des Bundesministeriums des Innern bei einem Treffen mit Politikern des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur. Das, was vom BSI und den Sicherheitsbehörden bis dahin erkannt worden war, habe man eingrenzen und reinigen können. Nicht auszuschließen sei aber, dass sich der Gegner noch unerkannte Verknüpfungen geschaffen hat, die er nun löschen könne, ohne dass man dies bemerke. Insofern sei ein Schaden entstanden, weil die weitere Aufklärungsarbeit an dieser Stelle habe gestoppt werden müssen, bedauerte der Ministeriumsvertreter.

Zu erkennen, wie der Gegner arbeitet, um bei einer späteren Reinigung sicher sein zu können, das er nicht doch noch irgendwo verborgen sitzt, sei für die Abwehr sehr wichtig gewesen. Daher habe man entschieden, weiter zu beobachten und das Parlament noch nicht zu informieren, so der Experte aus dem Bundesinnenministerium weiter.

Cyberangriff wie im Krimi

Ein wenig klingt es wie in einem Krimi: Erste Hinweise auf einen Hackerangriff soll es Mitte Dezember 2017 gegeben haben. Daraufhin sei sofort im unter Aufsicht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stehenden Nationalen Cyber-Abwehrzentrum eine entsprechende Arbeitseinheit gebildet worden.

Anfang Januar 2018 habe es dann weitere Bestätigungen dafür gegeben, der Verdacht habe sich erhärtet. Bis sich Mitte Januar hätten sich die Erkenntnisse so verdichtet, dass man Pläne habe machen können, um den Angreifer einzugrenzen und technische Lösungen zu entwickeln, durch die der Angreifer gestoppt und ausgesperrt sowie die Systeme bereinigt werden können.

Der Geheimdienstausschuss des Bundestags bewertet den Hackerangriff auf das Datennetzwerk des Bundes als schwerwiegend. Für eine komplette Schadensbeurteilung sei es aber noch zu früh, so der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums Armin Schuster (CDU).

Russische Hacker im Verdacht

Medienberichten zufolge vermuten Experten, dass hier Cyberspione der russischen Gruppe „APT28“ versuchten, an Daten zu kommen. Diese Gruppe wurde in der Vergangenheit immer wieder mit russischen Regierungsstellen in Zusammenhang gebracht.