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(Quelle: picture alliance / AP Photo)
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"Ein unbegreifliches Ereignis"

Volker Kauder zu Ereignissen in München

Die Bluttat von München hat auch die CDU/CSU-Fraktion tief erschüttert. Der Fraktionsvorsitzende äußerte sich zu dem Vorfall wie folgt:

„Die Bluttat von München ist auch am Tag danach ein unbegreifliches Ereignis. Unsere Gefühle sind kaum in Worte zu fassen. Wir trauern um die Opfer und sind in den Gedanken bei ihren Angehörigen. Wir hoffen auf baldige Genesung der Verletzten.

Noch wissen wir nicht, was den Täter zu diesen Morden getrieben hat. Unabhängig davon, was seine Motive waren und wie sich seine persönliche Disposition darstellt, müssen wir aber noch mehr darauf achten, dass sich Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft generell nicht weiter ausbreiten. Wir erleben in verschiedenen Bereichen seit langem beispielsweise eine entsetzliche Verrohung der Sprache. Die Herabwürdigung von Menschen ist oft der Beginn von Spiralen der Gewalt. Dieser Verrohung der Sprache müssen wir alle als erstes entgegentreten.

Wir bedanken uns bei den Einsatzkräften, die an diesem schrecklichen Abend in München sehr viele Menschen vor noch Schlimmeren bewahrt haben. Bluttaten wie diese, der Terror von Extremisten in unserem Land, in Europa und der ganzen Welt erschüttern uns alle. Unsere Gesellschaft wird aber auch in diesen unruhigen Zeiten ihre Stärke und ihren Zusammenhalt beweisen.“

Inzwischen wird auch über weitere politische Konsequenzen aus dem Amoklauf diskutiert. Der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Stephan Mayer, erklärte dazu:

„Nach einer solchen Tat sollte man die Diskussion über mögliche politische Konsequenzen mit Bedacht führen. Vorschnelle Schlussfolgerungen sind in der Regel nicht zielführend. Zunächst sollten die Ermittlungen über die Hintergründe des Amoklaufs weitergeführt werden.

Sicher werden wir in absehbarer Zukunft noch einmal darüber sprechen müssen, ob das bisherige Waffenrecht ausreicht. Dieses Thema steht ohnehin auf der Tagesordnung, weil auf EU-Ebene derzeit über eine neue Waffenrichtlinie gesprochen wird. Dabei geht es vor allem darum, den illegalen Waffenhandel weiter zu bekämpfen. Dies ist ein wichtiges Anliegen, da ein effektiveres Vorgehen gegen den illegalen Waffenhandel auch dazu beitragen kann, Kriminalität und Terrorismus generell zurückzudrängen. 

Ob sich über die Bluttat von München hinaus ein gesetzgeberischer Handlungsbedarf ergibt, werden wir sorgfältig prüfen. Nach solchen Ereignissen sollte der Gesetzgeber nicht in Aktionismus verfallen. Auf der anderen Seite wäre es auch falsch, mögliche Schlussfolgerungen  nicht zu bedenken.

Das Eintreten gegen Hass und Gewalt ist daneben vor allem eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Jeder sollte im Blick haben, was sich in seinem Umfeld ereignet. Das gilt in Hinblick auf solche Taten wie in München oder vor einigen Jahren in Winnenden, aber das gilt auch für die Verhinderung von terroristischen und anderen Straftaten.“

Kauder sprach sich daneben auch dafür aus, über die sogenannten Egoshooter-Spiele zu diskutieren. „Auch diese Egoshooter-Spiele müssen einmal hinterfragt werden. Es gibt für alles Grenzen, wenn Gewalt damit gefördert auch“, sagt er der „Welt am Sonntag“.

 

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