Ein Fleischer beim Schneiden eines Stückes Fleisch

Thema des Tages


(Quelle: picture alliance / Bildagentur online)
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Faire Bedingungen in Fleischindustrie schaffen

Arbeitnehmerrechte schützen

Auf Betreiben der Union wird im beschleunigten Verfahren ein neues Gesetz zur Sicherung von Arbeitnehmerrechten in der Fleischwirtschaft verabschiedet. Es schafft faire Bedingungen und verhindert den Missbrauch in der Branche. Karl Schiewerling fordert: „Soziale Gerechtigkeit und faire Arbeits- und Wettbewerbsbedingungen für alle!“

Billigprodukte auf dem Rücken der Arbeitnehmer
In deutschen Lebensmitteldiscountern finden sich immer mehr Billigprodukte, darunter auch Fleisch. Die niedrigen Preise sind nicht zuletzt den schlechten Arbeitsbedingungen zuzuschreiben, unter denen vor allen Dingen Fleisch produziert werden muss.

Karl Schiewerling führt auf, dass Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz, Arbeitsschutzvorschriften und Lohnabrechnungsbetrügereien keine Seltenheit sind. So kommt es beispielsweise vor, dass Mitarbeitern Schutzkleidung, Arbeitsmittel und überhöhte Unterkunftskosten in Rechnung gestellt und vom Lohn abgezogen werden. Häufig sind Mitarbeiter durch Werkverträge bei Subunternehmern beschäftigt. Durch verschachtelte Vertragskonstellationen mit Briefkastenfirmen im Ausland, entziehen sich diese oft der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen.

Missbrauch beenden
Mit dem neuen Gesetz wird der Arbeitgeber für den Subunternehmer in Haftung genommen. Er ist für die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge verantwortlich. Arbeitsmittel müssen kostenfrei zu Verfügung gestellt werden und die Arbeitszeiten der Angestellten noch am selben Tag erfasst werden. „Diese Regelungen sind wichtig, denn wir müssen verhindern, dass eine ganze Branche in Verruf gerät“, macht Schiewerling deutlich.