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(Quelle: foto_db on flickr (CC BY-NC 2.0))
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Cyberangriff auf Bundestag muss uns alarmieren

Bedrohung für unser Leben wird deutlich

Der Cyberangriff auf den Bundestag ist ein Alarmzeichen. Es ist sicher die gravierendste Attacke auf eine öffentliche Institution in Deutschland. Dass er mit dem Bundestag gleich das Herz der Demokratie getroffen hat, muss uns umso mehr Sorgen bereiten.

Über das Krisenmanagement kann man geteilter Ansicht sein. Dass von Seiten der Opposition über Tage in Frage gestellt wurde, ob zur Abwehr des Angriffs auch das Bundesamt für Verfassungsschutz eingeschaltet werden sollte,  ist mehr als verwunderlich. Es gibt nur wenige Einrichtungen in unserem Land, die auf dem Gebiet der Spionageabwehr über einer derartige Expertise verfügen, wie das Bundesamt. Was aus den Reihen der Grünen und Linken zu hören war, erinnert an einen Hausbesitzer, der sich aufregt, dass sein Haus brennt, aber den Einsatz der Feuerwehr ablehnt, weil er die Farbe Rot nicht leiden kann.

Dieser Angriff auf den Bundestag ist ein Fanal. Es zeigt, wie verletzlich unsere Gesellschaft gegenüber dieser neuen Art der Aggression ist. Nach allem, was wir wissen, steckt eine hochprofessionelle Organisation, wahrscheinlich ein auswärtiger Geheimdienst, dahinter. Die Vermutungen sehen russische Stellen hinter der Attacke.

Cyberattacken können der Spionage dienen, aber auch der Sabotage. Die Zahlen über die Bedrohung unserer Kommunikation und Datenverarbeitung rauben einem den Atem. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geht davon aus, dass allein in Deutschland auf mehr als einer Million mit dem Internet verbundenen Rechner unerkannte ferngesteuerte Programme ablaufen. Damit können diese Rechner jederzeit für IT-­Angriffe missbraucht werden, ohne dass ihr Betreiber es bemerkt.

Wir müssen handeln. Ist es heute der Bundestag, kann morgen unsere Energieversorgung Ziel einer Attacke sein. Unser Innenminister Thomas de Maizière kümmert sich bereits um das Thema. Wir müssen unsere Anstrengungen aber sicherlich noch verstärken. Die Unternehmen müssen hier noch sensibler werden. Auch der Staat muss sich besser wappnen. Allen voran muss der Bundestag handeln.

Wir brauchen dabei unsere Nachrichtendienste. Die wahre Bedrohung unserer Freiheit geht wahrlich nicht von ihnen aus. Die neuen Gefahren lauern ganz woanders – und zwar, um das auch einmal klarzustellen, nach meiner festen Überzeugung, gewiss nicht in den USA.