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Völkermord an Jesiden muss beendet werden

Kauder: Hilfe für jesidische Flüchtlinge dringend benötigt

Der sogenannte Islamische Staat setzt UN-Ermittlern zufolge den Völkermord an der Minderheit der Jesiden im Irak fort. Die UN-Ermittlungskommission kritisiert, dass trotz der Selbstverpflichtung der Weltgemeinschaft, solche Taten zu verhindern, der Genozid praktisch nicht thematisiert werde. Unionsfraktionschef Volker Kauder mahnt: „Das Schicksal der Jesiden darf in Deutschland und Europa nicht in Vergessenheit geraten.“

Tausende Männer und Jungen würden nach wie vor vermisst, heißt es in dem Bericht der UN-Ermittlungskommission. Zudem gehe der IS mit entsetzlicher Gewalt gegen etwa 3.000 Frauen und Mädchen vor. Dazu gehörten tägliche Vergewaltigungen. „Der Bericht der UN-Ermittler zu den Gewalttaten des IS muss uns erneut wachrütteln“, sagt Fraktionschef Kauder. Das Schicksal der Jesiden dürfe in Deutschland und Europa nicht in Vergessenheit geraten.

Völkermord an den Jesiden geht weiter

Kauder ist entsetzt, dass trotz der jüngsten militärischen Erfolge gegen den IS der Völkermord an den Jesiden offenbar immer noch weitergeht. „Besonders berührt uns das Schicksal der vom IS versklavten Mädchen und Frauen, die unermessliche Qualen aushalten müssen“. Die Staatengemeinschaft, die gegen den IS vorgeht, müsse sich nun die Befreiung der jesidischen Mädchen und Frauen, aber auch den Schutz der Jungen und Männer zu einem vorrangigen Ziel machen, so Kauder.

Jesidinnen muss volle Unterstützung gewährt werden

Auf einem Kongress im Juni zum Thema Vergewaltigung als Kriegswaffe hat sich die CDU/CSU-Bundestagsfraktion auch mit dem Völkermord an den Jesiden und insbesondere mit dem Schicksal der Mädchen und Frauen aus dieser Religionsgemeinschaft befasst. Die Berichte der Betroffenen hat die Unionfraktion zutiefst erschüttert. Deshalb verlangt Fraktionschef Kauder: „Insbesondere den Jesidinnen, die vor der Gewalt nach Deutschland fliehen konnten, muss volle Unterstützung gewährt werden.“ Und weiter: „Gerade wenn man sich deren Schicksal vor Augen hält, erschließt sich jedem, wie notwendig die Gewährung von Asyl für politisch oder religiös Verfolgte ist.“ Die vorbildlichen Projekte zur Hilfe für traumatisierte Frauen aus dem Irak müssten fortgesetzt und wenn notwendig verstärkt werden.

Wichtige Hilfe durch die Bundeswehr

Der UN-Bericht zeigt auch, wie richtig es war und ist, die kurdischen Peschmerga mit Waffen und Ausbildung durch die Bundeswehr zu unterstützen. Die kurdischen Peschmerga und die amerikanischen Luftstreitkräfte waren die einzigen, die im Sommer 2014 den vom IS angegriffenen Jesiden im Sindschar-Gebirge zur Hilfe geeilt waren. „Ohne deren Eingreifen wären noch mehr Jesiden getötet oder versklavt worden“, betont Kauder.

Unionsfraktion hat Kongress zum Thema veranstaltet

Den Kongress „Vergewaltigung ist eine Kriegswaffe“ hat die CDU/CSU-Fraktion gemeinsam mit der von der Journalistin Düzen Tekkal gegründeten Hilfsorganisation Hawar.help veranstaltet. Daran teil nahmen unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, die UN-Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten, Pramilla Patten, die Präsidentin der Bianca-Jagger-Menschenrechtsstiftung, Bianca Jagger und die Jesidin Düzen Tekkal selbst. Dabei ging es nicht nur darum, die Betroffenen von systematischer Vergewaltigung in Kriegen und Krisen zu Wort kommen zu lassen, sondern auch darum, konkrete Möglichkeiten der Hilfe auszuloten – von Projekten zur Aufarbeitung über psychologische Betreuung der Opfer bis zur Aufarbeitung der Verbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof. Eine Zusammenfassung des Kongresstages liefert unser Video.