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(Quelle: picture alliance/dpa)
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25 Jahre Mauerfall - bewegende Momente

„Schicksalstag der Deutschen“ - Gedenkdebatte zum Mauerfalljubiläum im Bundestag

Die Mitglieder des Bundestages gedachten des Mauerfalljubiläums in einer Debatte. Vor allem der Auftritt des Liedermachers Wolf Biermann sorgte für bewegende Minuten.

„Ich weiß ja, dass diejenigen, die hier sitzen, der elende Rest dessen sind, war wir überwunden haben … Ihr seid dazu verurteilt, das hier zu ertragen“, richtete Wolf Biermann seine Worte an die Links-Fraktion. Und nicht einmal Bundestagspräsidenten Norbert Lammert konnte den Liedermacher mit einem Hinweis auf die Geschäftsordnung bremsen. „Ich habe mir in der DDR das Reden nicht abgewöhnt und das werde ich auch hier nicht tun“, beharrte Biermann, bevor er wieder zur Gitarre griff. 

Biermann wurde 1976 nach einem Auftritt im Westen ausgebürgert – die DDR-Regierung ließ ihn nicht wieder in das Land einreisen. Biermann wurde so mit seiner ganz persönlichen Geschichte und seinem Kampf gegen das SED-Regime zu einer Art Symbol des DDR-Unrechts. Das vor 25 Jahren die Menschen die Menschen in Ostdeutschland mit ihrem Mut und ihrer Leidenschaft die friedliche Revolution eingeleitet und letztendlich so am 9. November 1989 Berliner Mauer zum Einsturz brachten, hätte auch er damals nicht für möglich gehalten.

Mauerfall - ein "erster Schritt in die Freiheit"

Im Herbst 1989 waren DDR-Bürger waren unter anderem in Leipzig, Dresden, Magdeburg, Rostock, Chemnitz auf die Straßen gegangen, um für Freiheit, Demokratie und ein besseres Leben einzutreten. Der Ruf „Wir sind das Volk“ schallte durch die Straßen. Die Demokratie setzte sich nach wochenlangen Protesten gegen das DDR-Regime durch.

„Der Fall der Mauer war der erste Schritt in Richtung Freiheit“, lobte Gerda Hasselfeldt, den Mut der Ostdeutschen. „Aus dem Ruf Wir sind das Volk wurde schnell Wir sind ein Volk, was schließlich in der Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 mündete.“

Die Debatte würdigte die Anstrengungen gegen das DDR-Unrechtsregime und die Entschlossenheit und Courage der Bürger, die ihre Freiheit und Unversehrtheit auf dem Weg zur Wiedervereinigung geopfert haben.

Gänsehaut-Feeling erzeugte auch noch einmal der sächsische CDU-Abgeordnete Arnold Vaatz, der seine Begrüßung durch die DDR-Sicherheitsbehörden im Gefängnis Unterwellenborn schilderte: „Wir haben hier warme und sichere Unterkunft für jeden, wir haben hier medizinische Betreuung, jeder wird satt, und es gibt Arbeit für alle ‑ Das sagte der Strafvollzugsbeamte, der uns am 23. Dezember 1982 in der Strafvollzugseinrichtung Unterwellenborn begrüßte, zu uns. Das heißt, es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die wichtig sind für Menschen, die man aber in jedem Gefängnis bereitstellen kann.“

 

Genau wie vor 25 Jahren würdigte der Bundestag dann noch einmal das Ereignis mit der Nationalhymne. Auch am November 1989 hatten die Abgeordneten - damals noch im Bonner Wasserwerk - sich spontan von ihren Plätzen erhoben und dieses Lied angestimmt.

Unabhängig von der Gedenkdebatte im Bundestag würdigt die CDU/CSU-Fraktion diese 25 Jahre in Freiheit außerdem mit einer eigenen Sonderseite zum Mauerfall und der Twitter-Kampagne #wowarstdu.