„Zu den Opfern des NS-Regimes zählten auch Menschen mit Behinderungen. Sie wurden als „lebensunwert“ diffamiert, ausgegrenzt, verfolgt und schließlich ermordet. Die Verbrechen begannen nicht erst mit den Taten, sondern mit Gedanken und Worten. Dort, wo der Mensch nicht mehr um seiner selbst willen geachtet, sondern nach einer vermeintlichen Nützlichkeit bewertet wird, ist der Weg in die Entmenschlichung und in das Unrecht vorgezeichnet.
Die Erinnerung an diesen Zivilisationsbruch enthält eine klare Lehre für die Gegenwart: Nie wieder darf der Wert menschlichen Lebens relativiert werden. Menschen mit Behinderungen sind keine Randgruppe und auch kein Objekt staatlicher Fürsorge, sondern gleichberechtigte Akteure, deren Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen ist. Um diese Teilhabe zu verbessern, haben wir uns als Regierungskoalition viel vorgenommen. Diese Vorhaben, wie die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes und Verbesserungen für einen inklusiven Arbeitsmarkt, gilt es nun in diesem Jahr zielstrebig umzusetzen. Denn Behindertenpolitik steht als Querschnittsthema nicht am Rand, sondern mitten in der Gesellschaft.“