- Traditioneller Filmempfang der CDU/CSU-Fraktion zur Verleihung des Deutschen Filmpreises
- Bundesfilmförderung wird verdoppelt
- Branche vor großen Herausforderungen
„Wir in der Union, wir lieben den Film“ – mit diesem Bekenntnis eröffnete Jens Spahn den traditionellen Filmempfang, den die CDU/CSU-Fraktion seit 2009 zur Verleihung des Deutschen Filmpreises veranstaltet. Der Empfang dient dem Austausch mit einer Branche, die ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, gleichzeitig aber vor großen Herausforderungen steht – vom globalen Wettbewerbsdruck über veränderte Produktionsbedingungen bis zum Einsatz Künstlicher Intelligenz. Mit einer Verdopplung der Bundesfilmförderung auf 250 Millionen Euro im Jahr sowie einer Verpflichtung für Sender und Streamingdienste zu Investitionen in den Filmstandort Deutschland greift die Koalition der Filmbranche unter die Arme.
„Deutschland soll und muss Filmland bleiben. Wir müssen unsere Geschichten erzählen. Sie prägen unser Land“, betonte Spahn. Die Kraft des Films für den Erhalt einer freiheitlichen und debattierenden Gesellschaft sei nicht zu unterschätzen. Auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Anja Weisgerber sagte, Filme bewegten die Menschen wie kaum eine Kunstform. Mit dem neuen Fördergesetz, das noch vom Bundestag verabschiedet werden muss, schaffe man hervorragende Rahmenbedingungen für die Filmbranche.
Deutschland soll wieder attraktiver Standort werden
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sprach von einem Filmbooster, den die Koalition mit dem Kabinettsbeschluss gezündet habe. Nach sieben mageren Jahren, die die Branche hinter sich habe – mit dem Verlust von Arbeitsplätzen, Aufträgen und Marktanteilen – solle Deutschland mit Hilfe der Förderung und dem geänderten Marktdesign wieder ein attraktiver Filmstandort werden. Die verdoppelte Bundesfilmförderung solle auch dazu dienen, private Investitionen zu hebeln. Man könne mit einer Hebelwirkung bis zu 15 Milliarden Euro rechnen – so viel wie nie zuvor. Jetzt liege der Ball in der Szene: „Macht große Filme, holt Aufträge ins Land!“, rief er ihr zu.
„Hoffnungswelle für die Kreativen“
Von einer „Hoffnungswelle“ für die Kreativen sprach Veronica Ferres, Schauspielerin und Produzentin der Construction Filmproduction, beim „Film-Talk unter der Kuppel“ mit Anja Weisgerber und Martin Bachmann, Vorstandsmitglied der Constantin Film. Es gehe darum, die talentierten Künstler aus Deutschland in Lohn und Brot zu schicken. Viele Produktionsfirmen wendeten sich von den USA ab und wollten in Deutschland drehen, „weil wir einen tollen Ruf haben, weil es hier die besten Locations gibt“, sagte Ferres. Sie und Bachmann drangen auf weitere Reformen, etwa verbesserte Steueranreizmodelle. Weisgerber versicherte, dass der Bundestag dies im Blick habe, ebenso wie eine Senkung der Lohnnebenkosten. Man sei „geeint in der Motivation, den deutschen Film zu stärken“, sagte die kulturpolitische Sprecherin Ottilie Klein.
Politik setzt Anreize und Leitplanken
Spahn unterstrich, dass die Aufgabe der Politik darin bestehe, Anreize und Leitplanken zu setzen, nicht aber den Film zu steuern. „Filme können gesellschaftliche Debatten aufgreifen, bearbeiten und anstoßen.“ Sie könnten auch ein ganzes Land definieren. Als Beispiel nannte er „Das Wunder von Bern“ – ein Film, der den Zuschauern die Härte der Nachkriegszeit, die Rückkehr der Kriegsgefangenen in ein neues Land und den WM-Sieg 1954 wieder ins Bewusstsein gerückt habe.
Spahn bekannte, dass er selbst weniger die Zerstreuung auf der Leinwand suche, sondern am liebsten Plots über Politik und Zeitgeschichte schaue. Zuletzt habe ihn „An einem Tag im September“ über das erste Treffen von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle 1958 beeindruckt. Der Film zeige eindrücklich, an welch seidenem Faden der Erfolg dieses Treffens hing, das über die Zukunft Europas entschieden habe. In „An einem Tag im September“ hat Burghart Klaußner Konrad Adenauer gespielt. Klaußner nahm ebenfalls am Filmempfang teil.