In der Raumfahrt liegt die Zukunft: Das gilt sowohl für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit als auch für die Sicherheit und die Souveränität Europas. Deutschland strebt dabei an die Weltspitze. Florian Müller, Sprecher für Forschung, Technologie und Raumfahrt der CDU/CSU-Fraktion, sagte im Bundestag, Raumfahrt sei keine Spielerei, sondern ein Werkzeug für Innovation, Wohlstand und Arbeitsplätze. Dafür brauche es Gründergeist und den Mut, etwas Neues zu schaffen.
„Wir dürfen die Zukunft nicht nur bestaunen, sondern müssen sie selbst gestalten“, betonte Müller in der aktuellen Stunde, die die Koalitionsfraktionen beantragt hatten. Die Frage laute nicht, ob Deutschland sich die Raumfahrtforschung leisten könne, sondern ob es sich leisten könne, bei der Entwicklung nur Zuschauer zu sein. Der Staat müsse die richtigen Rahmenbedingungen setzen, damit das hohe Tempo an Innovationen aufrechterhalten werden könne. Startups dürften nicht durch staatliche Trägheit ausgebremst werden. Es gelte der Grundsatz: „so wenig Regulierung wie möglich, so viel Planbarkeit wie möglich“.
Artemis 2 hatte Technik made in Germany an Bord
„Wir sind eine Raumfahrtnation“, sagte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär. Die Raumfahrt sei ein strategisch relevantes Forschungsfeld und Teil der Hightech-Agenda, einer Innovationsoffensive, die die Bundesregierung in Gang gesetzt hat. Bär verwies darauf, dass bei der jüngsten US-Mondmission Artemis 2 „Technik made in Germany“ mit an Bord war. „Dank uns fliegt die NASA zum Mond“, betonte die Ministerin. Im Gegenzug habe die amerikanische Weltraumagentur NASA zugesagt, dass der erste Europäer, der zum Mond fliegen darf, ein Deutscher sein werde. Die NASA fasst für die nächste Mondmission mit Landung auf dem Erdtrabanten das Jahr 2028 ins Auge. Als deutsche Astronauten kommen Alexander Gerst oder Matthias Maurer in Frage, die beide Weltraum-Erfahrung haben.
Erkenntnisse der Raumfahrt bringen praktischen Nutzen für den Alltag
Der Unionsabgeordnete Hans Theiss lobte: „Deutschland hat das Knowhow, Deutschland hat die Unternehmen und Deutschland hat die wissenschaftliche Exzellenz.“ Was es brauche, seien Mut und die Konsequenz, diese Fähigkeiten zu nutzen. Theiss hob vor allem den praktischen Nutzen der Raumfahrt für das Leben auf der Erde hervor, beispielsweise in der Medizin. In der Schwerelosigkeit könnten neue Therapien entwickelt werden, etwa im Bereich der Krebsforschung oder der Immun- und Infektionsforschung. So gebe es dank der Raumfahrt konkrete Verbesserungen für die Gesundheit der Menschen.
Müller unterstrich, dass mit Raumfahrt auch der Bildungsstandort Deutschland gestärkt werden könne. Wenn Jugendliche sich für Raumfahrt begeisterten, dann wecke das das Interesse an den Mint-Fächern, an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technologie. So entstehe technischer Ehrgeiz und Erfindergeist.