„Die Befunde der Kommission sind erschütternd und unterstreichen, was viele Eltern bereits wahrnehmen: Der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Netz bleibt eine zentrale Aufgabe. Wenn ein Großteil der Jugendlichen täglich mehrere Stunden online ist und jeder dritte junge Erwachsene bereits sexuelle Gewalt im Netz erlebt hat, zeigt das den bestehenden Handlungsbedarf. Besonders alarmierend ist zudem der rasante Anstieg von KI-generiertem Missbrauchsmaterial, das sich binnen eines Jahres verfünffacht hat, während die Anzeigebereitschaft bei Cybergrooming bei null Prozent liegt.
Es kommt jetzt darauf an, den digitalen Raum gemeinsam mit einem ausgewogenen Ansatz aus Schutz, Teilhabe und Befähigung weiterzuentwickeln. Dazu gehört, risikobehaftete Designstrukturen und manipulative Algorithmen für Minderjährige stärker in den Blick zu nehmen und zu begrenzen. Wir müssen prüfen, inwiefern technische Jugendschutzlösungen direkt über Hardware und Betriebssystemen implementiert werden können. Zugleich braucht es eine Anpassung des Strafrechts, gut erreichbare Anlaufstellen sowie eine wirksame Strafverfolgung im Netz. Die digitale Welt darf für Täter kein Rückzugsraum sein. Auch klare und verlässliche Altersprüfungen sowie die Förderung von Medienkompetenz sind entscheidend.
Andere Länder haben hierfür bereits unterschiedliche Ansätze entwickelt. Diese Erfahrungen können eine gute Grundlage sein, um auch in Deutschland passende Lösungen zu entwickeln.
Die Ergebnisse zeigen, dass es an der Zeit ist, bestehende Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen zu überführen. Wie ein rechtssicherer und praktikabler Rahmen auf nationaler und europäischer Ebene aussehen kann, werden wir auf unserem kommenden Social-Media-Kongress diskutieren. Klar ist: Kinder haben ein Recht auf einen sicheren digitalen Raum – und dieses Recht ist nicht verhandelbar.“