Die Welt befindet sich mitten in einer neuen Phase der digitalen Transformation und diese vollzieht sich nicht von allein. Für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz werden riesige Rechenzentren gebraucht, die enorme Mengen an Daten verarbeiten können. Sie haben einen hohen Bedarf an Energie und Fläche. Damit Deutschland bis 2030 zu einem der attraktivsten Standorte für solche Data-Center werden kann, hat die CDU/CSU-geführte Bundesregierung eine Strategie entwickelt, die unter anderem die Identifizierung von Standorten, unbürokratische Genehmigungsverfahren sowie den schnellen Anschluss ans Netz vorsieht.
Was plant die unionsgeführte Koalition?
Zwar ist Deutschland, was die Rechenkapazitäten betrifft, mit über 2.000 Anlagen bereits führend in Europa. Doch darauf will und kann sich die Koalition nicht ausruhen. Deshalb sollen die Kapazitäten bis 2030 mindestens verdoppelt werden. Speziell für Künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechner – sogenanntes High-Performance-Computing – ist eine Vervierfachung vorgesehen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt die Regierung auf die Zusammenarbeit mit Bundesländern, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.
Wie sieht die Strategie aus?
Es gibt mehrere Felder, auf denen die Regierung Tempo macht. So sollen zügig Flächen für die Rechenzentren identifiziert werden. Denn mit attraktiven Standorten, mit funktionierender Infrastruktur sowie mit schnellen Planungs- und Genehmigungsverfahren kann man Investoren anlocken. Damit sich deren Investitionen rechnen, braucht es eine zuverlässige und umweltverträgliche Versorgung mit bezahlbarer Energie sowie einen schnellen Anschluss ans Netz. Auch die Nutzung von erneuerbaren Energien oder von Abwärme spielt dabei eine Rolle. Für die Kommunen sollen attraktive Bedingungen geschaffen werden, um die Akzeptanz von Rechenzentren zu steigern.
Warum sind Rechenzentren so wichtig?
Um Künstliche Intelligenz zu trainieren, müssen große Mengen an Daten verarbeitet werden. Für Deutschland und Europa kommt es darauf an, auf dem Gebiet der KI-Anwendungen und der Datenverarbeitung viel souveräner zu werden, also unabhängiger von anderen Teilen der Welt. Das gelingt nur, wenn die Daten, die in Europa gesammelt werden, auch vor Ort verarbeitet werden. Um die Rechenzentren herum kann sich dann ein ganzes „Ökosystem“ an digitalen Anwendungen entwickeln.