Thema des Tages

Private Altersvorsorge leicht gemacht

Euro-Münzen liegen vor einem Glas
  • Koalition reformiert Riester-Rente
  • Weniger Kosten, höhere Rendite
  • Unkomplizierte Förderung

Viele Menschen machen sich Sorgen, ob die gesetzliche Rente im Alter zum Leben reicht. Wer sie aufbessern möchte, kann auf die private und – unter Umständen - auch auf eine betriebliche Altersvorsorge zurückgreifen. Doch die bestehende Form der privaten Altersvorsorge, die Riester-Rente, erscheint vielen nicht mehr attraktiv. Mit einer umfassenden Reform sorgt die unionsgeführte Koalition nun dafür, dass das Sparen fürs Alter einfacher und kostengünstiger wird – und dass es mehr Rendite abwirft. Die neue Regelung soll ab dem 1. Januar 2027 gelten.

Was sieht die neue private Altersvorsorge aus?

Sparer können künftig auch zu Investoren werden und dabei zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Geldanlage wählen. So können sie etwa in Aktienfonds investieren, die sie in einem Altersvorsorgedepot aufbewahren. Der Vorteil: höhere Rendite. Der Nachteil: Verluste nicht ausgeschlossen. Wer lieber auf Nummer Sicher geht, der kann sich für ein Garantieprodukt entscheiden. Hier müssen zum Rentenbeginn je nach Wahl 80 oder 100 Prozent des angesparten Geldes verfügbar sein. 

Zum Einstieg gibt es ein einfaches und transparentes Standarddepot, dessen jährliche Effektivkosten auf ein Prozent gedeckelt sind. Ein solches Standarddepot kann künftig auch von einem öffentlichen Träger angeboten werden. Dies kann helfen, Menschen an den Kapitalmarkt heranzuführen, die bisher dort nicht aktiv sind. Zudem wird so ein nahtloser Übergang von der Frühstart-Rente, die die Koalition noch in diesem Jahr beschließen wird, zur reformierten private Altersvorsorge ermöglicht. 

Was wird gefördert?

Die sogenannte Grundzulage sieht vor, dass der Staat jeden eingezahlten Euro mit 50 Cent bezuschusst. Die jährliche Grenze hierfür liegt bei 360 Euro. Für weitere Ersparnisse gibt es 25 Cent je Euro obendrauf. Hier liegt das Limit bei 1.800 Euro. Mit der Kinderzulage werden Familien gefördert. Eltern bekommen für Sparbeträge bis zu 25 Euro pro Monat vom Staat für jeden Euro und für jedes Kind einen Euro Kinderzulage dazu. Der Kreis derjenigen, die eine Förderung für private Altersvorsorge erhalten können, wird auf Selbstständige ausgedehnt. Denn sie sind besonders häufig von prekären Lebensverhältnissen im Alter betroffen.

Warum wurde eine Reform nötig?

Die Riester-Rente wurde 2002 von Rot-Grün eingeführt, um Kürzungen beim gesetzlichen Rentenniveau auszugleichen. Doch die Rentenverträge, deren Förderkriterien schwer zu durchschauen waren, verursachten nicht selten hohe Kosten und warfen zu wenig Rendite ab. Laut Bundesarbeitsministerium betrug die Zahl der bestehenden Verträge Ende 2024 nur noch knapp 15 Millionen. Auf ein Viertel von ihnen wurde gar nichts mehr einbezahlt. Alte Riesterverträge haben aber Bestandsschutz und werden weiter wie üblich gefördert. Möglich ist jedoch auch ein Wechsel in die reformierte private Altersvorsorge.

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