Thema des Tages

Gewaltschutz: K.O.-Tropfen werden als Waffen eingestuft

K.O Tropfen
  • Bundestag erhöht Strafmaß auf fünf Jahre
  • Frauen besser vor Raub und Vergewaltigung schützen
  • Gespikte Getränke sind gefährlich
     

Es kann in Bars und Clubs passieren, auf Festivals oder Partys: Junge Menschen – überwiegend Frauen – werden erst mit K.O.-Tropfen betäubt, dann missbraucht, ausgeraubt oder vergewaltigt. Weil die Opfer sich hinterher an nichts erinnern, ist die Zahl der Fälle schwer zu erfassen – doch die Dunkelziffer liegt hoch. Dazu kommt, dass K.O.-Tropfen im Körper nur wenige Stunden nachweisbar sind. Um dieser gefährlichen Form sexueller Gewalt Einhalt zu gebieten, hat die Koalition nun das Strafrecht verschärft. 

Warum sind K.O.-Tropfen so gefährlich?

K.O.-Tropfen sind Substanzen, die Menschen hilf- und wehrlos machen – bis hin zur Bewusstlosigkeit. Sie werden häufig alkoholischen Getränken beigemischt, was man als Spiking bezeichnet. Die Opfer merken in der Regel nichts davon, dass ihr Drink gespikt wurde. Erste Anzeichen für eine Vergiftung mit K.O.-Tropfen sind Wahrnehmungsstörungen und Schwindel, Taubheitsgefühle und Übelkeit. 

Gefährlich sind die Substanzen an sich, weil sie während der Bewusstlosigkeit die Atmung beeinträchtigen können. Bei hohen Dosen können Nieren, Leber und Gehirn geschädigt werden. Gefährlich sind sie aber besonders, weil das Opfer sich gegen Missbrauch, Raub oder Vergewaltigung nicht mehr wehren kann. 

Was tut der Gesetzgeber gegen diese Art von Verbrechen?

Mit dem Gesetz, das der Bundestag verabschiedete, wurde das Strafmaß von drei auf fünf Jahre hochgesetzt. Gewaltsame Übergriffe mit K.O.-Tropfen werden nun genauso behandelt wie solche, bei denen eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug zum Einsatz kommt. 

Die Verschärfung des Strafmaßes ist Teil der Gesamtstrategie, Frauen besser vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen. Dazu zählt auch der Schutz vor häuslicher und digitaler Gewalt – etwa durch die Einführung von Fußfesseln zur Überwachung der Täter.

Wie kann man sich vor Übergriffen mit K.O.-Tropfen schützen?

Allgemein wird Besuchern von Privatpartys und Festivals, Clubs und Bars geraten, ihr Essen und ihre Getränke nicht unbeaufsichtigt zu lassen, möglichst abzudecken oder zu verschließen. Bereits geöffnete Getränke sollte man nicht annehmen. Auf Geschmacksveränderungen sollte man achten. Im Falle des Verdachts, dass ein Getränk gespikt wurde, sollte man es stehen lassen. Betroffene sollten sich nicht scheuen, im Verdachtsfall die Polizei zu kontaktieren oder eine Notaufnahme aufzusuchen. 

Frauen, die vermuten, dass sie zum Opfer einer Vergewaltigung geworden sind, ohne sich konkret zu erinnern, sollten schnellstmöglich eine Arztpraxis oder eine Notaufnahme aufsuchen. Zum einen, um Verletzungen zu behandeln, zum anderen, um Spuren zu sichern. Die Sicherung der Spuren ist schwierig, denn die heimlich verabreichten Tropfen sind nicht lange in Blut und Urin nachweisbar. 

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