Der Alltag der Abgeordneten ist anspruchsvoll. Für viele schafft Sport einen Ausgleich. Er steigert die Leistungsfähigkeit und stärkt die Motivation.
Anne Janssen, Florian Bilic, Sepp Müller und Ellen Demuth verraten, für welche Sportart sie sich begeistern.
Laufen macht den Kopf frei
Anne Janssen
Meine Sportart ist das Laufen – und das schon seit über zehn Jahren. Eine gute Freundin hat mich damals zu einem Laufkurs angemeldet. Seitdem hat mich die Begeisterung dafür nicht mehr losgelassen. Besonders liebe ich am Laufen, dass es unabhängig von Ort und Zeit möglich ist. Und: Laufen macht mir den Kopf frei.
Für den Fall, dass sich eine Gelegenheit ergibt, habe ich fast immer Turnschuhe und Laufkleidung dabei. Normalerweise versuche ich, morgens früh zu laufen – nicht nur im Wahlkreis, sondern auch in Berlin, wenn es die mit Terminen vollgepackten Sitzungswochen zulassen. Höhepunkte meiner „Laufbahn als Läuferin“ waren für mich unter anderem die sieben Teilnahmen am Ossiloop und der Berlin-Marathon 2024, den ich als Finisherin geschafft habe.
Sport gehört für mich schon von Kindesbeinen an zum Leben – vom Turnen und Volleyball über Jumping Fitness bis hin zum Schwimmen, Kanufahren oder zu anderen Wassersportarten. Bewegung ist für mich Lebensfreude und ein wichtiger Ausgleich zum Alltag als Abgeordnete.
Fußball verbindet über Parteigrenzen hinweg
Florian Bilic
Fußball begleitet mich seit meiner Kindheit. Mein Vater hat mich schon mit auf den Betzenberg genommen, als ich noch ein kleiner Junge war. Seitdem schlägt mein Herz für den 1. FC Kaiserslautern. In meiner Jugend ist das so geblieben. Zunächst habe ich im Verein gespielt und später in meiner Freizeit gekickt. Seit meiner Wahl zum Bundestagsabgeordneten finde ich leider nicht mehr die Zeit, meinen Sport in dieser Form auszuüben.
Umso mehr freue ich mich, mit dem FC Bundestag eine Möglichkeit gefunden zu haben, sportliche Aktivität und parteipolitischen Austausch zu verbinden. Über Parteigrenzen hinweg stehen Kolleginnen und Kollegen aus Regierung und Opposition auf dem Platz, begegnen sich auf Augenhöhe und kämpfen gemeinsam um das nächste Tor.
Für mich ist Fußball deshalb mehr als nur Sport. Er schafft Ausgleich, verbindet Menschen und eröffnet neue Perspektiven. Gerade in einem Arbeitsumfeld, das häufig von Termindruck und hitzigen Debatten geprägt ist, ist diese Art des Durchatmens besonders wertvoll.
Volle Konzentration beim Krafttraining
Sepp Müller
Wenn der politische Alltag mal wieder von intensiven Gesprächen, langen Sitzungen und ständigem Unterwegssein geprägt ist, brauche ich einen Ausgleich – um den Kopf frei zu kriegen. Für mich besteht dieser Ausgleich im Krafttraining daheim. 2020 habe ich spontan damit angefangen, weil ich gemerkt habe, dass ich etwas für meinen Rücken tun muss. Ein altbekanntes Problem bei vorwiegend sitzender Tätigkeit.
Am Krafttraining begeistert mich, dass man sich vollkommen auf den Moment konzentrieren muss. Während der Übungen kreisen die Gedanken nicht um Termine oder To-do-Listen, sondern nur um die Bewegung. Man braucht dafür lediglich einen Stuhl und Gewichte. Der Stuhl fungiert als Übungsgerät und dient der Stabilität. Und mit den Kurzhanteln trainiert man die Muskeln. Genau das hilft mir abzuschalten, neue Energie zu tanken und fit zu bleiben.
Auch wenn der Kalender oft voll ist, versuche ich, mir die Zeit für Sport bewusst zu nehmen. Egal, ob es früh morgens, abends nach langen Sitzungstagen oder am Wochenende ist. Für mich ist Sport ein wichtiger Ausgleich, der mir hilft, wieder mit frischem Kopf und neuer Motivation in den politischen Alltag zu starten.
Spinning gibt neue Energie
Ellen Demuth
Vor meiner Zeit als Bundestagsabgeordnete war ich viele Jahre im Landtag von Rheinland-Pfalz tätig. Der Wechsel nach Berlin war nicht nur politisch, sondern auch körperlich eine Umstellung: weitere Wege, anderer Sitzungskalender, weniger Zeit zur freien Gestaltung. In Sitzungswochen ist der eigene Terminkalender oft bis spät am Abend gefüllt.
Schon an der Sprache merkt man, wie sehr der parlamentarische Alltag auf Sitzen angelegt ist: Sitzungswoche, Plenarsitzung, Ausschusssitzung – das Sitzen steckt in fast jedem Wort. Deshalb trage ich Sport als wichtigen Kontrapunkt in meinen Kalender ein.
Laufen ist dafür ideal: Schuhe an und raus. Hinzu kommt die Zeit, die ich im Fitnessstudio verbringe. Dort gehe ich meistens an die Geräte – am liebsten auf das Spinning Bike.
Insgesamt geht es mir gar nicht so sehr um den sportlichen Effekt: Sport hilft mir viel mehr, lange Tage wegzustecken, Abstand zu gewinnen und am nächsten Morgen wieder mit neuer Energie und Resilienz in den Tag zu starten.