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Mark Helfrich
(Quelle: Foto Steven Vangermain)

Grüner Wasserstoff – das Schlüsselelement der Energiewende

  • Mark Helfrich über das gewaltige Potenzial der Technologie im Kampf gegen den Klimawandel 
  • Hohe Speicher- und Transportfähigkeit als wesentliche Vorteile
  • Deutschland will Vorreiter und Weltmarktführer werden 

Der Grüne Wasserstoff gehört zu jenen Zukunftstechnologien, auf die die Unionsfraktion setzt, wenn es um die Eindämmung des Klimawandels geht. Der CDU-Experte Mark Helfrich erläutert, welches Potenzial im Grünen Wasserstoff steckt.

 
Herr Helfrich, der Grüne Wasserstoff ist ein Schlüsselelement der Energiewende. Wozu dient er?

Helfrich: Grüner Wasserstoff ist neben der modernen Windkraft und der Photovoltaik die dritte Säule der globalen Energiewende. Mit seiner Hilfe lässt sich Deutschland nicht nur klimaneutral machen und als Technologiestandort stärken. Vielmehr ermöglicht es Grüner Wasserstoff, dass große Mengen erneuerbarer elektrischer Energie an den weltweit geeignetsten Standorten produziert werden. Sie können dann als reiner Wasserstoff oder als Wasserstoffderivat – beispielsweise als synthetisches Methan oder Methanol – per Schiff zu den globalen Verbrauchsschwerpunkten transportiert werden. 

Der Ursprung aus den Erneuerbaren, die Speicher- und Transportfähigkeit sowie die Kompatibilität mit bisherigen fossilen Energieträgern machen Grünen Wasserstoff zu dem Schlüsselelement der Dekarbonisierung – in Bereichen, in denen eine Elektrifizierung nicht sinnvoll oder möglich ist. Eine „all electric world“ bleibt bis auf weiteres eine Utopie. Mit Grünem Wasserstoff allerdings werden wir z.B. in der Stahlindustrie, der chemischen Industrie, im Schwerlastverkehr oder bei Langstreckenflügen auf fossile Energieträger verzichten können.

Wieso ist die Technologie so klimafreundlich?

Helfrich: Grüner Wasserstoff wird mittels Elektrolyse von Wasser unter Einsatz von regenerativem Strom hergestellt. Dabei entstehen – unabhängig von der gewählten Elektrolysetechnologie – lediglich Wasserstoff und Sauerstoff. Letzterer ist ebenfalls hochbegehrt, weil er in Industrieprozessen verwendet werden kann. Anders als bei der konventionellen Wasserstoffgewinnung aus Erdgas wird also kein CO2 freigesetzt – auch nicht bei der anschließenden energetischen Verwertung des Wasserstoffs, also bei der Verbrennung oder der Oxidation in einer Brennstoffzelle. 

Ab wann wird man Grünen Wasserstoff in großem Maßstab einsetzen können?

Helfrich: Aktuell befinden wir uns in der Phase, in der wir den Markthochlauf von Grünem Wasserstoff starten. Bis 2030 muss dieser kontinuierlich gestärkt und international ausgebaut werden. Denn noch ist die Erzeugung von Grünem Wasserstoff teuer. Für die Umstellung vieler industrieller Produktionsprozesse auf wasserstoffbasierte Anlagen sind hohe Investitionen nötig. 

Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie aus dem Jahr 2020 hat sich Deutschland das Ziel gesetzt, zu einem Vorreiter und Weltmarktführer bei Grünem Wasserstoff zu werden. Doch allein mit der inländischen Produktion lässt sich der Bedarf an Grünem Wasserstoff nicht decken. Deshalb wird Deutschland einen erheblichen Teil des Wasserstoffs, den wir brauchen, importieren müssen. Für den internationalen Markthochlauf hat das unionsgeführte Bundeswirtschaftsministerium das Programm H2 Global aufgelegt. Es sieht vor, dass Projektträgern außerhalb der EU die Abnahme des von ihnen produzierten Grünen Wasserstoffs zugesagt wird.