Handel mit den USA: Kritik an deutschem Exportüberschuss ist unangebracht

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(Quelle: picture alliance/ Ulrich Baumgarten )
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Kritik an deutschem Exportüberschuss ist unangebracht

Im Vorfeld der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank sind die deutschen Exportüberschüsse erneut in die Kritik geraten. Völlig unangebracht findet das der Unions-Wirtschaftsexperte Michael Fuchs. Deutsche Firmen setzten sich mit ihren Produkten nicht wegen politischer Einflussnahme, sondern wegen ihrer Qualität durch, meint er. 

Auf Grund der Kritik haben sich Bundesfinanzministerium und Bundeswirtschaftsministerium jetzt auf ein Grundsatzpapier zum deutschen Leistungsbilanzüberschuss „im Lichte der deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen“ verständigt. Denn insbesondere seit dem Amtsantritt des neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump steht Deutschland in der Rolle als Exportweltmeister noch stärker in der Kritik als ohnehin schon.

Deutsche Unternehmen investieren kräftig in den US-Markt

2016 hatte die Bundesrepublik Waren im Wert von 115 Milliarden US-Dollar in die USA exportiert und umgekehrt Waren für 49 Milliarden importiert. Der US-Markt ist damit der wichtigste für deutsche Unternehmen. Sie investieren dort aber auch. 2016, so das Grundsatzpapier der beiden Bundesministerien, sei Kapital von mehr als 63 Milliarden Dollar von Deutschland in die USA geflossen. Deutsche Unternehmen investierten demnach insgesamt 319 Milliarden Dollar und sind an über 3.000 Unternehmen in den Vereinigten Staaten beteiligt.

"Kritik ist völlig unangebracht"

Kritik an Wirtschaftskraft und finanzieller Solidität, so Unionsfraktionsvize Michael Fuchs, sei deshalb völlig unangebracht. Viele Produkte kämen zudem von so genannten „Hidden Champions“, also von Mittelständlern, deren Namen zum Teil nur Fachkennern - dafür aber auf der ganzen Welt -bekannt sind.

Politik hat in Deutschland keinen Einfluß auf die Währung

Außerdem habe die Politik in Deutschland und in der EU „mit gutem Grund auch keinen direkten Einfluss auf unsere Währung“, sagte Fuchs. Und: „Das war bei der Deutschen Bundesbank so, deren Unabhängigkeit maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands beigetragen hat, und das ist aus gutem Grunde auch bei der EZB so.“