Handelsabkommen EU_Japan

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(Quelle: picture alliance / AP Photo)
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EU-Freihandelsabkommen mit Japan setzt Zeichen gegen Abschottung

Volker Kauder: Wachstumsimpulse auf beiden Seiten erwartet

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk haben mit Japans Premierminister Shinzo Abe ein umfassendes Handelsabkommen (JEFTA) unterzeichnet. Damit sollen Zollhürden zwischen den beiden Wirtschaftsräumen nahezu vollständig abgebaut werden. Unionsfraktionschef Volker Kauder nennt die Vereinbarung einen "Meilenstein in den beiderseitigen Beziehungen". 

Die EU schließt ihr bislang größtes Handelsabkommen. Rund fünf Jahre wurde mit Japan verhandelt. Mehr als 600 Millionen Verbraucher sind betroffen und etwa ein Drittel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts werden mit dem Vertrag neu geregelt. Nach einer Übergangszeit sollen bis zu 99 Prozent aller Zölle zwischen der EU und Japan wegfallen.

Wachstumsimpulse entstehen

"Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan ist ein Meilenstein in den beiderseitigen Beziehungen", freut sich Volker Kauder deshalb über den Verhandlungserfolg. Der Abbau der meisten Zölle und zahlreichen Handelshemmnisse werde dazu führen, dass der freie Waren- und Dienstleistungsverkehr stark zunehme. Durch die Steigerung der Importe und Exporte würden zusätzliche Wachstumsimpulse für die EU-Mitgliedstaaten und die japanische Volkswirtschaft entstehen, bekräftigt Kauder.

Neue Chancen für deutsche Unternehmen

Die Palette der vom Handelsabkommen betroffenen Güter reicht von Käse und Wein bis hin zu Autos. Die EU erhofft sich dadurch Kosteneinsparungen für ihre Unternehmen von rund einer Milliarde Euro jährlich. Gleichzeitig wollen beide Seiten ihre Dienstleistungsmärkte öffnen. Europäische Unternehmen erhoffen sich dadurch, künftig auch bei öffentlichen Ausschreibungen in Japan zum Zuge kommen zu können.

Ein Zeichen gegen Abschottung und Protektionismus

Fraktionschef Kauder betont einen weiteren Aspekt des Abkommens: "Vor dem Hintergrund neuer Handelskonflikte setzen die EU und Japan mit der Vereinbarung auch ein Zeichen gegen Abschottung und Protektionismus." Gerade in einer Zeit, in der die US-Regierung die gewachsene internationale Wirtschaftsverflechtung grundsätzlich in Frage stellt, zeige das Abkommen den Willen großer Volkswirtschaften zur Zusammenarbeit, so Kauder. Und weiter: "Es wird sich erweisen, dass alle Beteiligten von dieser Kooperation mehr profitieren, als wenn sie gegeneinander agierten".

Denn Japan ist nach China der zweitwichtigste Handelspartner der EU in Asien. 2017 betrug das Handelsvolumen zwischen der EU und Japan rund 129 Milliarden Euro. Deutschland exportierte Waren im Wert von rund 19,5 Milliarden Euro dorthin. Umgekehrt lieferten Firmen Güter im Wert von 22,9 Milliarden Euro aus dem asiatischen Staat nach Deutschland.

Partnerschaft mit Japan wird weiter verbessert

Kauder blickt positiv in die Zukunft: "Europa und Japan werden über das Abkommen auch politisch enger zusammenrücken. Die EU und Japan verbindet eine feste Wertepartnerschaft, die sich in der Achtung der Demokratie und der Menschenrechte ausdrückt."